Krieg mit Dänemark

Entwarnung! Der Grenzkrieg mit Dänemark fällt vorerst aus!

Aufgeregt hatten einige deutsche Medien berichtet: „Dänische Rechte stellt Grenze zu Deutschland in Frage“ oder: „Dänemark bis an die Eider. Aufregung über Forderung“ oder sogar: „Rechtspopulist – Dänischer Politiker beansprucht Teile Deutschlands“.

In Wirklichkeit hat er – der dänische „Rechtspopulist“ – sie alle wunderbar vorgeführt und zugleich die Mechanismen der Erregungsmaschine offengelegt. Ich wußte es gestern schon, denn ich hatte das Interview gleich an meine dänischen Freunde geschickt und die sagten sofort: Das ist ein Scherz. Allein die ironische Rede von der Panzerschlacht hatte die Aussage zur Genüge als Ironie kenntlich gemacht. (ab 4:20)

Heute hatte Espersen, der Parteivize der „Rechtspopulisten“, also der Dansk Folkeparti die Angelegenheit auf Nachfrage in „Børsen aufgeklärt: „Danach gefragt, ob die Grenze an der Eider eine Sache ist, für die die Dänische Volkspartei sich stark machen will, beginnt Søren Espersen am Telefon laut zu lachen: ,Nein. Ich denke, wir sollten ganz entspannt sein. Wenn man das gesamte Interview sieht, so denke ich wohl, daß man den Schalk in meinem Auge sieht.’“ Und dann fügt er hinzu: „Das geschieht ganz sicher, weil ich Mitglied der Dänischen Volkspartei bin. Wenn Bertel Haarder von der Venstre das gesagt hätte, dann hätte niemand auch nur mit der Wimper gezuckt.“

So ist es wohl. So ist es im Kleinen wie im Großen. So ist es, wenn man den Humor verliert und nur noch hören und sehen will, was ins eigene Weltbild paßt.

Tak, Espersen, mange tak!

 siehe auch: Die Schweinefleischfaschisten

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Ein Gedanke zu “Krieg mit Dänemark

  1. Kurt Droffe schreibt:

    Der Herr sollte doch etwas vorsichtiger mit seinen Äußerungen sein! Aus Erfahrung wissen wir, daß nichts einer Regierung, die innenpolitisch gewaltig unter Druck steht und ihre Felle davonschwimmen sieht, besser zupaß kommt als ein kleiner, leicht zu gewinnender außenpolitischer Konflikt. Nichts stärkt so sehr die Ängstlichen, bringt die Zweifelnden zum Schweigen und vergrößert – das Beste von allem – die Macht von Staat und Politik!
    Andererseits, wäre ein kleiner Krieg nicht nachgerade zu wünschen? Das Land braucht eine einigende Vision, eine gemeinsame Sache! Wir verkaufen unseren Linken den Konflikt als Kampf mit einer Kolonialmacht (Grönland!), unseren Muselmanen als Kampf gegen die Heimat der infamen Mohammed-Karikatur, unseren Rechten als Kampf gegen ein sozialdemokratisches Leuchturmprojekt („Lever dood as Slav“!); unseren Bodensatz von Salafisten, Linksautonomen und Neonazis schicken wir mit nicht-funktionierenden G3-Gewehren ins sichere Verderben und befrieden die Heimat…

    @Seidwalk:
    Genial! Sie sollten in die Politik gehen. Alles in einem Abwasch …

    Außerdem wäre es ja ein legitimer Verteidigungskrieg – sofern man die nicht ganz unberechtigten Forderungen der Dänen nicht anerkennt. Wiederum haben die Dänen den Nachteil, weiß und reich und ganz nah zu sein, was ihre Chancen vermindert, daß die Greueltaten der Deutschen – davon gibt es jede Menge; man lese Herman Bang – allzu stark auf unserem Gewissen lasten … im Gegensatz zu den Reparationsforderungen der Herero und Nama, die unsere Regierung sogleich als berechtigt anerkannte. Deutsche Schuld sells …

    @ Kurt Droffe:
    Da haben wir’s: „Vor einer Stunde haben Mitglieder des Südschleswigschen Wählerverbands in Uniformen der Kopenhagener Palastwache die Lidl-Filiale in Süderlügum überfallen.“ Jetzt Volk steh‘ auf und Sturm brich los!

    @ Pérégrinateur:
    Und die hiesigen Veganer gewinnen wir auch noch für den gerechten Krieg, indem wir ihnen erklären, dass es uns dabei vor allem auch um die Befreiung der Millionen von dänischen Mastschweinen geht.

    Sollten wir nicht in Kreuzberg schon einmal mit einer Kampagne „Adopt a pig!“ beginnen? Denn die armen Tiere darf man doch nach dem Endsieg nicht sich selbst überlassen. Hier steht gerade Deutschland angesichts seiner Mettwurstvergangenheit in humanitärer Verantwortung, sonst ist es nicht mehr mein Land!

    Die Patenschaftsaktion wird dort sicher auf allgemeine Begeisterung treffen. Man könnte, um ihr das Terrain zu bereiten, seitens der Bezirksverwaltung schon mal an Straßenumbenennungen denken, etwa der Dresdner Straße (was für ein hässlicher Städtename auch!) in Snowball-Straße, wegen der Quote natürlich auch noch der Prinzenstraße in Snowflock-Straße.

    Außerdem sollten wir Schleifen in den verschiedensten Farben für die befreiten Tiere vorbereiten, denn viele von ihnen wollten wohl dann auch noch den letzten Schritt tun und endlich ihr soziales Geschlecht selbst nach eigenem Wunsch konstruieren. Gänzlich unbekleideten Tieren fällt das aber manchmal schwer.

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