Denkmal und Schande

Björn Höckes Satz vom “Denkmal der Schande” hat ob seiner linguistischen Mehrdeutigkeit einiges Aufsehen erregt – dankbar haben sich die Leitmedien darauf gestürzt, in der Hoffnung, Höcke und die AfD ein für alle Mal zu erledigen.

Im Wortlaut: „Die Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Nun sollte man absolutistischen Verallgemeinerungen – „das einzige Volk“ – mißtrauen und es gibt sicher irgendwo eine Hauptstadt, in deren Zentrum ein Mahnmal auch an düstere Zeiten und an Schuld erinnert, aber in der Dimensionierung dürfte das Holocaust-Denkmal in der Tat einmalig sein.

Um den Unterschied in der Gedenkkultur zwischen Deutschen und anderen einmal greifbar zu machen, lade ich meine Leser zu einem kleinen Spaziergang durch eine x-beliebige ungarische Stadt ein. Nehmen wir zum Beispiel Kecskemét oder Szeged … nein, zu groß, nehmen wir also Baja, ganz im Süden, eine unscheinbare Stadt mit weniger als 40 000 Einwohnern, die kaum jemand kennt, die keine größere historische Bedeutung hat, irgendwie eine ganz normale Stadt.

Ich zähle hier an die hundert Denkmäler. Allein das ist eine große Überraschung. Im ganzen Ort, vor allem auf allen zentralen Plätzen finden sich beeindruckende – in Größe und oder künstlerisch – Denkmäler, Statuen, Stelen, Skulpturen, Monumente, Bronzen, Bildhauereien, Wandmalereien, Plastiken,  Büsten, Mosaike, Reliefs und Gedenktafeln.

Im Zentrum des Zentrums, in der geometrischen Mitte des Szentháromság tér, also des Dreifaltigkeitsplatzes, befindet sich das Szentháromság szobor, das Dreifaltigkeitsdenkmal.

Biegt man von dort in die Eötvös József utca, die Flaniermeile ein, die an den bedeutenden Schriftsteller, Staatsmann und 48er Revolutionär erinnert, steht man bald vor einer in eine großzügige Wasseranlage eingebettete überlebensgroßen Statue Kálmán Tóths (1831-1881), einem in Baja geborenen Poeten und 48er Revolutionär.

Links davon, hinter der Peter-und-Pauls-Kirche und vor dem nach ihm benannten Gymnasium steht, etwas überraschend, die moderne Bronzestatue des Arpadenkönigs Béla III. (1148-1196), denn Béla gehört nicht zu den bedeutendsten Herrschern dieser langen Dynastie. Schützend im Arm hält er eine Burg, den Blick in die Weite gerichtet.

Béla III. (1148-1196)

Béla III. (1148-1196)

Ein paar Meter weiter, am Verkehrsknotenpunkt der Stadt – einst ein Park –, steht die gigantische Figur des András Jelky (1738-1783) auf einem riesigen Globus. Jelky, ebenfalls in Baja geboren, war ein Abenteurer und Weltreisender, der es bis nach Japan, Java und Jakarta gebracht hatte, dessen Leben nach 45 Jahren Reisen ausgebrannt in Buda endete.

Monumentalstatue András Jelky - einst im Park, heute am Roundabout

Monumentalstatue András Jelky – einst im Park, heute am Kreisverkehr

Der wohl berühmteste Sohn der Stadt ist István Türr (1825-1908), der sowohl ein Kämpfer der Revolution 1848/49 war, später unter Garibaldi für das Risorgimento focht, schließlich einen Aufstand gegen das Habsburger Reich anzettelte und nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich als Politiker und Architekt großer Kanalprojekte (Korinthkanal, Panamakanal) arbeitete. Seinem Schaffen wurde ein eigenes Museum gewidmet, der Aussichtsturm am Zusammenfluß von Sugovica und Donau trägt seinen Namen und selbstverständlich schmückt auch seine Büste, nebst zwei Plaketten, die Stadt.

Die Erinnerung an die niedergeschlagene Revolution von 1848/49 ist in Ungarn allgegenwärtig – der 15. März ist der Nationalfeiertag. Baja unterscheidet sich in dieser Hinsicht von anderen Städten jedoch. Es fehlen die obligatorischen Erinnerungsstätten für die beiden größten Helden der Geschichte, allen voran Lajos Kossuth (1802-1894). Auch Ferenc Rákóczi (1676-1835), der freilich einer anderen Epoche entstammt, fehlt überraschenderweise. Übrigens vermißt man auch ein Trianon-Denkmal, mittlerweile typisch für Fidesz-geführte Städte.

Dafür wird, ebenfalls im Zentrum, den 13 Märtyrern gedacht. Sie wurden vom österreichischen Militär aus Rache in der Gefangenschaft erhängt. Fünf von ihnen waren Deutsche. Im Gedächtnis der bereits gedemütigten und besiegten Ungarn ist diese Schande noch heute lebendig, am Mahnmal liegen immer wieder frische Kränze und Blumen.

13 + 2 Reliefplatten aug massiver Stele

13 + 2 Reliefplatten auf massiver Stele

Auch dem intellektuellen Hónved-General Lázár Meszaros (1796-1858), in Baja geboren, wurde eine hübsche Bronzebüste nebst einer Gedenkplatte zuteil.

Natürlich darf auch Sandor Petöfi (1823-1849) nicht fehlen, der Nationaldichter, der in jungen Jahren im Kampf gegen Rußland fiel. Mit erhobenem Schwert steht er da, eine spindeldürre fast Giacometti–ähnliche Figur mit hoher Stirn, an einen Quichote erinnernd.

auf der Petöfi-Insel

auf der Petöfi-Insel

Die Minister der ersten ungarischen Regierung unter Batthyány kennt jedes Schulkind, allen voran Kossuth, István Széchenyi, Ference Deák und József Eötvös – zumindest an Letzteren erinnert eine bronzene Reliefplatte, aber ich bin mir fast sicher, daß auch den anderen irgendwo gedacht wird.

Auch wenn sich im ungarischen Geschichtsverständnis vieles um die Revolution dreht – erst vor wenigen Monaten wurde ein Gedenkstein mit Kanone eingeweiht, der an die Toten im Kampf gegen die kroatischen Usurpatoren unter Jelăcić erinnert und auffällig oft photographiert wird –, ist die alte und junge Geschichte präsent.

Ein moderner zentraler Árpád-Brunnen erinnert an das geschichtsgründende Herrschergeschlecht. Unter Großfürst Árpád fand die Landnahme der Magyaren statt, die man konventionshalber auf 896 datiert. Neben Bela III., dem zudem noch eine Gedenkplatte gewidmet ist, dürfen aus dem Geschlecht der Árpáden selbstverständlich Szent István, der Heilige Stefan (969-1038), der das ungarische Königreich begründete, und Szent Lászlo, der Heilige Ladislaus (1048-1095), der das kriegerische Volk befriedete, nicht fehlen.

Neben der Geschichte wird der Kunst und Literatur gedacht. Die bedeutenden ungarischen Lyriker und Schriftsteller Endre Ady, József Attila, Mihály Babits, der Maler Istvan Nagy oder der Musiker Béla Bartók stehen hier nur stellvertretend.

Darüber hinaus werden verdienstvolle Industrielle wie Deri Frigyes, Ingenieure und Erfinder wie Odon Bogdánfy oder József Kliegl oder Wissenschaftler wie der Ethnograph Balint Bellosics geehrt.

Freilich ist die Batschka ein multiethnisches Gebiet. Hier fand und findet auch kroatische, serbische, slowenische, rumänische und deutsche Geschichte statt. Die Baja-stämmigen serbischen Schriftsteller Atanacković Bogoboj  (1826-1858) und Joakim Vujić (1772-1847) sind ebensowenig vergessen, wie etwa die Leiden der Ungarndeutschen, die nach dem Krieg heimatvertrieben oder zu hunderttausenden in sowjetische Arbeitslager verschleppt wurden – über eine ergreifende Zeremonie wurde bereits berichtet.

Neben den zahlreichen Personalmonumenten findet man eine ganze Reihe an symbolischen Erinnerungs- und Würdigungsstätten, viele davon aus Kádár-Zeiten. Etwa jene zwei Steinplastiken, die die Mutterschaft ehren.

Lob der Mutter (1962)

Lob der Mutter (1962)

Überhaupt feierte der sozialistische Realismus die Frau und den weiblichen Körper.  Davon zeugen gleich drei Skulpturen liegender Frauen, eine „Schwimmerin“, die nackten „Basketballspielerinnen“. Etwas aus der Reihe fällt eine „Stillende Mutter“, die subtil sozialistischen Realismus mit Marienverehrung mischt. Zudem gibt es einen kleinen Mercurius-Brunnen, ein bronzenes Wildschwein in einem Park, eine Däumeling-Figur, einen Angler an einem Seitenarm der Donau und, soweit ich sehe, nur eine einzige abstrakte Installation, mit Industriecharakter.

Auch die Mahn-Zeichen der Vorkriegszeit, der Horthy-Jahre stehen zum Teil noch. Sie entstammen einer anderen Ausdruckswelt. Das Mahnmal der „Toten Helden 1914-1918“ strahlt entschlossenen Willen und Stille aus, eine Reliefplatte des aus Baja stammenden Künstlers Sándor Éber, dem auch ein Raum im Museum gewidmet ist, referiert griechische Antike im heroischen Stil, eine „Pro Patria“ weist Jugendstilelemente auf, könnte aber ebenso von Arno Breker inspiriert sein. Die Figur einer jungen Frau mit Krug hingegen dürfte noch naturalistisch geprägt sein. Unübersehbar jedoch, weil 23 Meter hoch, ist die Kriegerstele gleich hinter dem Sankt Antonius Kloster.

„Es kann nicht sein, daß so viel Blut so ganz umsonst verrann“

„Es kann nicht sein, daß so viel Blut
so ganz umsonst verrann“

Sie hätte auch dem Duce gefallen. Ein riesiges Schwert prangt auf der Frontseite, darunter die Jahreszahlen 1914-1918 solide eingemeißelt, auf dem massiven Piedestal die berühmten Worte aus Vörösmartys „Mahnruf“: „Az nem lehet hogy annyi szív Hiában onta vért“ – „Es kann nicht sein, daß so viel Blut so ganz umsonst verrann“. Pikant: Umgeben wurde dieses Mal von Gräbern sowjetischer Soldaten, die 1945 in Ungarn gefallen waren.

Bleiben noch die zahlreichen religiösen Motive. Der Heilige Florian, der Fluß- und Brückenheilige, der sich auch im Stadtwappen befindet, wird gleich mehrfach dargestellt – die älteste Statue stammt von 1823, die jüngste von 2005. Es gibt eine Mater Dolorosa, eine Kreuzwegszene als Mosaik, eine Pietà … und einen Neptun. Büsten des Papstes Johannes Paul II. und von József Kardinal Mindszenty (1892-1975) unterstreichen den weit verbreiteten Katholizismus dieser Gegend. Letzterer war ein Volksheld: er wurde 1949 von den Kommunisten inhaftiert, blieb unbeugsam, und 1956 von den Aufständischen unter großer Anteilnahme befreit und schnell zur Symbolfigur.

Selbstverständlich fehlt auch das obligatorische Denkmal der Opfer des Aufstandes von 1956 nicht – an ihm liegen stets Blumen aus. Im gleichen Jahr trat die Donau zerstörerisch und mörderisch über die Ufer – auch daran wird erinnert.

Und nun die „Mahnmale der Schande“. Auch die gibt es!

Als ostdeutsch geschulter Betrachter, für den Fritz Cremer stets präsent war, könnte man die „Grablegung“ auf dem „Herzog-Franz-Friedhof“ als ein solches verstehen, doch dürfte es sich hierbei um eine kraftvolle Trauerexpression handeln.

Als „Denkmal der Schande” mag man heute auch den bereits erwähnten sowjetischen Soldatenfriedhof sehen. Die Gräber wirken wenig gepflegt. Spätestens nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen 1956 und der Niederschlagung des Aufstandes, war der große Nachbar ein gefürchteter Feind. Vermutlich werden die Einwohner Bajas den Toten der „Roten Armee”, die ganz sicher auf Anweisung der Partei just hier ihre letzte Ruhestätte fanden, wenig Sympathie entgegengebracht haben. Sie waren nicht nur eine unangenehme Dauererinnerung an die de-facto-Besetzung, sondern auch an die unrühmliche Rolle vieler Ungarn während der Horthy-Jahre und der Zeit der deutschen Besatzung.

holocaust-gedenkplatteAuch als ein „Mahnmal der Schande” könnte die Holocaust-Gedenkplatte am Bahnhof verstanden werden. Sie wurde erst 2004 enthüllt und von einer amerikanischen evangelikalen Kirche gestiftet. An diesem Bahnhof wurden die Bajaer Juden – es gab einst eine Synagoge im Ort – in die Arbeits- und Vernichtungslager geschickt. Antisemitismus ist in Ungarn – so liest man in deutschen Publikationen zumindest – noch immer vergleichsweise weit verbreitet: viele Ungarn dürften sich damals nicht mit Ruhm bekleckert haben. Der ungarische Nobelpreisträger Imre Kertész hat die Ereignisse in seinem Jahrhundertroman „Roman eines Schicksallosen” ohne erhobenen Zeigefinger auf unvergleichlich eindrückliche Art und Weise beschrieben.

Fragt man die Einwohner Bajas – da bin ich sicher – nach der Holocaust-Gedenkstätte, die meisten wüßten wohl nichts darüber zu sagen.

Geschichte ist im tausendjährigen Ungarn zum einen eine stolze Geschichte der Helden und Leistungen, zum anderen eine Erinnerung an die zahlreichen Niederlagen und Demütigungen, aus denen die Ungarn ihre Identität und ihren Zusammenhalt begründen.

siehe auch: Das tausendjährige Reich

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Ein Gedanke zu “Denkmal und Schande

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Die Versammlung, bei der Höcke redete, war recht lärmig, wie man dem ins Netz gestellten Video entnehmen konnte; ich wollte solchem Gemeinschaftserlebnis mit teil gröligen Sprechchören nicht gerade beiwohnen. Den inkriminierten Satz sagte Höcke aber rein feststellend, flach und ohne jedes Pathos, und die Zuhörer reagierten auch gar nicht auf diesen. Dass ihm nun weithin unterstellt wird, er habe geradezu dasselbe wie „schändliches Denkmal“ gesagt, ist schon etwas dreist vom ersten „berichtenden“ journalistischen Warner und dumm von den vermutlich zahlreichen Nachplapperern und Abschreibern. Da drängt man zusammen ungefähr auf dieselbe „Er hat Jehova gesagt!“-Rampe wie vor einiger Zeit bei der Rede Pirinçcis, in der er KZs erwähnte, deren Sinn man aber dem (zugegebenermaßen sich habituell stets vulgär einlassenden) Redner verdreht hat, um ihm sogleich empört Höllisches vorwerfen zu können. (Für den Fall, dass es hier etwa Mitleser feurigen Auges mit Balken darin gäbe, kläre ich lieber auf: Das „um … zu“ vermag eine Zweckrelation wie aber auch eine konsekutive ausdrücken, und ich wollte mich hierzu nicht festlegen, weil ich weiß, dass der Einblick in fremde Hirne schwierig ist – außer natürlich für befugte und gewohnheitsmäßige Untersteller.)

    Höcke ist dem Anschein nach ein sentimentaler Patriot oder auch Nationalist, wogegen ich angesichts der weltweit nicht eben geringen Verbreitung der Spezies jedenfalls nichts Besonderes einzuwenden habe. Mir wäre es allerdings lieber, wenn unter meinen Mitbürgern die Unsentimentalen und Nüchternen überwögen. Was aber leider nicht der Fall ist. Und nicht so sehr wegen Höcke und Freunden, als vielmehr wegen der Gattung maßloser Holocaust-Bußgänger, von denen einige sich aus originär eigenem Antrieb so verhalten, die meisten aber wohl eher vom öffentlichen Ritual in den einschlägigen Gefühlskonformismus getrieben wurden.

    Das heißt, persönlich bin ich nicht für die von Höcke angestrebte 180°-Wende in der Erinnerungspolitik, sondern für eine 90°-Abkehr aus jeder solchen heraus. (Ob das massentauglich ist, lasse ich einmal dahingestellt.) Man sollte die Geschichte sine ira et studio betrachten und sich keinerlei Illusion darüber hingeben, was man etwa durch ein häufig anempfohlenes „Nie vergessen, ewig bewältigen!“ in der Zukunft an Üblem verhindern kann. Dieses Erinnern und Mahnen ist schließlich immer sehr selektiv, weil zumindest das Gedächtnis von Kollektiven recht bescheiden ist und ihr daran geschulter Sinn deshalb nur einen winzigen Raumwinkel der drohenden Gefahren überwacht. Auch wird die Rolle des Zufalls in der Geschichte gewaltig unterschätzt – vielleicht weil die geschichtsdeterministische Illusion verspricht, dass künftige Übel dann durch geeignete Mittel zumindest prinzipiell vermeidbar seien, oder auch schlichtweg nur, weil unsere Hirne wenig Begabung für den Umgang mit Stochastischem haben und dieses dann gerne mit billiger Post-hoc-ergo-propter-hoc-Scheinkausalität verdecken.

    Wer hätte etwa um 1900 angenommen, dass der Antisemitismus nun gerade in Deutschland massenmörderische Formen annähme? Im Nachhinein ist da natürlich leicht eine geschichtliche Kausalkette zu stricken. Als ich dieses Argument gegen eine lange geschichtliche Determinierung des Ereignisses einst gegenüber einem sehr gebildeten Freund anführte, der aber ebenfalls vom Punkt der deutschen Erbschuld besessen war, und er anscheinend meine Gegenvorstellungen doch nicht zureichend parieren konnte, schleuderte er mir am Schluss empört ein „Aber es ist nun mal in Deutschland passiert!“ entgegen. Notabene, als Argument in einer Diskussion über die Ursachen des Ereignisses. Solche gibt es wohl viele.

    Angesichts des deutschen Bußfertigkeits- und Selbstherabsetzungstobens kann ich verstehen, dass ein Politiker hier vielleicht bewusst einen groben Keil auf einen groben Klotz setzen mag – oder auch ein sentimentaler eine Gegenmäre in Umlauf bringen will. (Mich begeistert aber zum Beispiel Karl der Große nicht besonders, ohne dass ich ihn nun umgekehrt mit heute üblichem übergeschichtlichem moralischen Furor gleich verdammen wollte.) Bereuen eigentlich die Mongolen heute zureichend die Verheerungszüge ihrer Altvorderen in Mittelasien? Die Spanier die Methoden der Eroberung Amerikas? Sind die Franzosen in Sack und Asche wegen der schürenden Intervention Richelieus im 30-jährigen Krieg, der Deutschland einen Bevölkerungsverlust von rund 40% gebracht hat? Mahnen sie wider die napoleonische Ambition, die Europa für fast 20 Jahre in Blut getaucht hat? Dem scheint nicht so, wenn man um den Arc de Triomphe geht und sich dabei die Straßenschilder beschaut. In Amerika dagegen, das muss man zugestehen, gibt es Museen gegen den Völkermord, nämlich an den Juden in Europa. Ein Näherer war halt nicht zu finden …

    Oh sancta simplicitas Germanorum.

    Keine Illusionen, keine Maßlosigkeit.

    Gefällt 1 Person

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