Nationalität und Alimentierung

Wir hatten auch auf diesem Blog schon heiße und hochwertige Diskussionen um die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Zuwanderung aus nicht-westlichen Ländern.

Ohne alle Empirie verbleiben die Debatten oft im Gewollten. Dabei sind die Zahlen der jüngeren Vergangenheit da. Wenn man sie auch selten in deutschen Avisen liest, so gibt die ausländische Presse doch wesentliche Hinweise. Dänemark ist dabei besonders interessant. Es verfolgt eine ähnlich großzügige Alimentierungs- und Integrationspolitik wie Deutschland, seine Sprache ist leicht zu lernen, es ist unser kulturell und klimatisch nächster Verwandter.

Poul Erik Andersen faßt die neuesten statistischen Materialien in „Den Korte Avis“ tatsächlich kurz und prägnant zusammen:

Verkehrtes Dänemark: Während immer mehr nicht-westliche Einwanderer Vorruhestandpension beziehen, bekommen es Dänen immer seltener.

Im Verhältnis zu ihrer Anzahl sind nicht-westliche Einwanderer bei der Zuteilung sozialer Leistungen stark überrepräsentiert.

Während nicht-westliche Einwanderer der Altersgruppe von 16 bis 64 Jahren nur sieben Prozent der Bevölkerung ausmachten, beanspruchten sie im Jahre 2015 doch 14,3 Prozent der Sozialausgaben.

Zwischen einer halben und einer Million beziehen volle öffentliche Unterstützung

Im Jahr 2015 bezogen in Dänemark eine dreiviertel Million Menschen öffentliche Stütze. Exakt handelt es sich um 763031 Personen im Alter zwischen 16 und 64 Jahren, sofern man die Staatliche Ausbildungsunterstützung nicht mitrechnet. Das geht aus der von „Danmarks Statistik“ soeben veröffentlichten Studie „Einwanderer in Dänemark 2016“ hervor.

Darunter waren 108970 Einwanderer und Nachkommen aus nicht-westlichen Ländern, die somit besagte 14,3 Prozent beanspruchten.

Westliche Einwanderer waren für 3,3 Prozent verantwortlich, also 25238 Personen mit voller öffentlicher Unterstützung.

Bei Dänen handelt es sich um 628823 Menschen, die wiederum 82,4 Prozent all jener ausmachten, die 2015 volle öffentliche Unterstützung in Dänemark bezogen.

Immer mehr nicht-westliche Einwanderer beziehen Vorruhestand

Während es für abgearbeitete Dänen immer schwerer wird, den Vorruhestand zu erreichen – im Gegenteil: sie müssen mehr oder weniger hoffnungslose Arbeitsanstellungen annehmen – geht es für Einwanderer mit nicht-westlichem Hintergrund anscheinend deutlich leichter.

Sowohl nicht-westliche Einwanderer als auch deren Nachkommen und deren Anteil an Vorruheständlern wächst konstant, wohingegen es immer weniger Dänen, zudem mit einem geringeren Anteil aller Bewilligungen, gelingt, den Vorruhestand zu erreichen.

Die „Korte Avis“ hat sich die Zahlen von 2011 angeschaut – damals machten nicht-westliche Einwanderer und deren Nachkommen noch 12,4 Prozent aller Vorruheständler aus. Seinerzeit handelte es sich um insgesamt 29405 von 237618 Personen im Vorruhestand.

Fünf Jahre später war die Gesamtzahl der Vorruheständler auf 215368 gefallen, die Anzahl der nichtwestlichen Einwanderer und deren Nachkommen unter diesen ist jedoch auf 31077 Personen gestiegen. Damit hat sich ihr Anteil auf 14,4 Prozent aller Vorruheständler erhöht.

Zur gleichen Zeit waren 202715 Dänen im Vorruhestand im Jahr 2011, was einen Anteil von 85,3 Prozent aller Vorruheständler ausmachte. 2015 war die Zahl der dänischen Vorruheständler auf 179638 gesunken und machte prozentual nur noch 83,4 Prozent aus.

Syrer und Somalier führen bei der öffentlichen Unterstützung

Unter den fünf Nationalitäten, bei denen der Anteil der staatlich unterstützten Männer und Frauen im Alter von 30-59 Jahre besonders hoch ist, liegen Syrer und Somalier, gemessen an der Gruppengröße, an der Spitze.

Seltsam genug sind es Syrer, die, als sie dänischen Boden betraten, uns als besonders arbeitswillig angepriesen wurden, absolut an der Spitze liegen.

Die Zahlen beziehen sich auf Männer und Frauen im Alter von 30-59 Jahren

Syrer: Insgesamt 94 Prozent oder 4431 syrische Männer von insgesamt 4735 bezogen 2015 volle öffentliche Unterstützung. Unter Frauen waren es 88 Prozent oder 2365 von insgesamt 2684.

Somalier: Insgesamt 70 Prozent oder 2293 somalische Männer von insgesamt 3281 bezogen 2015 volle öffentliche Unterstützung. Unter Frauen waren es 80 Prozent oder 2442 von insgesamt 3049.

Iraker: Insgesamt 63 Prozent oder 4269 irakische Männer von insgesamt 6650 bezogen 2015 volle öffentliche Unterstützung. Unter Frauen waren es 72 Prozent oder 4064 von insgesamt 5608.

Libanesen: Insgesamt 63 Prozent oder 3270 libanesische Männer von insgesamt 5187 bezogen 2015 volle öffentliche Unterstützung. Unter Frauen waren es 77 Prozent oder 3364 von insgesamt 4362.

Afghanen: Insgesamt 54 Prozent oder 1520 afghanische Männer von insgesamt 2807 bezogen 2015 volle öffentliche Unterstützung. Unter Frauen waren es 71 Prozent oder 1854 von insgesamt 2599.

Bleiben die Dänen

Unter den Dänen waren es 17% der Männer im Alter von 30-59 Jahren, die volle öffentliche Unterstützung bezogen. Es handelt sich dabei um 167924 von 970921 Männern.

Bei den dänischen Frauen waren 25 Prozent im Alter von 30-59 Jahren, die volle öffentliche Unterstützung bezogen. Dabei handelt es sich um 235172 von 957279 Frauen.

Quellen:
Danmarks Statistik: Indvandrere i Danmark 2016 (PDF)
Danmarks Statistik: Indvandrere i Danmark 2012 (PDF)
© Den Korte Avis 2016, Übertragung: Seidwalk

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Wem das nicht zusagt, wer lieber in der Zukunft denkt und nicht aus der Geschichte und der Gegenwart heraus, der kann als Gegengift auch „Die Zeit“ lesen: „Integration zahlt sich ökonomisch aus

Weiterführend zum Thema:

Always look on the bright side

Kriminalitätsstatistik

Interne Integrationsgrenzen

Muslime in Dänemark.

 

 

 

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