Post vom Realitätskoordinator

Liebe ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer für Flüchtlinge,

mir ist Bedarf signalisiert worden, daß geflüchtete Menschen bei uns Hilfe bei der Alphabetisierung benötigen würden. Ich weiß, daß sich die meisten von Ihnen mit so einer Aufgabe überfordert sehen. Das ist auch verständlich.

Frau X vom Landratsamt hat mir mitgeteilt, sie hätte zwei Fachkräfte, die bereit wären, ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer mithilfe eines kleinen Lehrgangs auf so eine Aufgabe vorzubereiten.

Nun meine Frage: Hätte jemand von Ihnen Zeit und Kraft sich dieser Herausforderung zu stellen?

Gern können Sie diese Anfrage auch an andere weiterleiten, die womöglich so eine Aufgabe übernehmen würden.

Ich bedanke mich für Ihr bisheriges Engagement!

Herzliche Grüße,

Pfarrer XY

 

2 Gedanken zu “Post vom Realitätskoordinator

  1. Kurt Droffe schreibt:

    Da wird einem schon blümerant. Es geht gar nicht mal um Deutsch lernen, sondern um Alphabet lernen. Darf man hoffen, daß die geflüchteten Menschen wenigstens die Schriftlichkeit ihrer eigenen Sprache beherrschen und also „das Lernen gelernt haben“? Ich fürchte, nein. Darf man hoffen, daß der Wille zum Lernen vorhanden ist? Ich fürchte auch, eher nein. Es scheint mir (ich ließe und lasse mich gern eines besseren belehren) auch keinerlei Sanktion für das Nicht-Lernen oder Anreiz fürs Lernen vorhanden zu sein. Oder wirkt sich der schnelle Erwerb der deutschen Sprache in Wort und Schrift förderlich auf Asylverfahren und Bleiberecht aus? Nicht, daß ich wüßte. Einmal hier im Land, ist es doch völlig wurscht, ob man sich da Mühe gibt oder nicht, der Unterhalt kommt so oder so.
    Und das sind dann die Kräfte, von denen unser Mitdiskutant sich im Alter pflegen lassen möchte? Die keinen komplexen Beipackzettel und keine Ernährungsvorschrift entziffern können und das Herzmedikament für Herrn Müller stattdessen Herrn Möller geben? Na, ich weiß nicht…

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    • Das sind natürlich „Einzelfälle“. Und man darf auch nicht vergessen: 7.5 Millionen Deutsche sind funktionale Analphabeten.

      In der Tat sind Leute darunter, denen auch die motorischen Fähigkeiten, einen Stift zu halten, fehlen. Andere haben Grundkenntnisse im Schreiben.

      Das ist gelebte Diversität – die einen sind so, die anderen anders. Immerhin bekommen jetzt ein paar Rentnerinnen einen Lebensinhalt. Der Begriff der „Bereicherung“ wird meist falsch benutzt.

      Hauptsache ist doch, die wissen später, wo und wie man ein Kreuz macht.

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