Das Ende der Kunst

Besonders unter Künstlern und Intellektuellen scheint die bedingungslose Zustimmung zur „Flüchtlingspolitik“ der Kanzlerin hoch zu sein. Aber haben sich das unsere Gebildeten und Bildenden auch gut überlegt? Wissen sie – unter der Prämisse, daß die Zuwanderung zugleich eine deutliche Zunahme an Mitmenschen muslimischen Glaubens mit sich bringt, wissen sie also:

  • Bildhauer: Daß es in weiten Teilen des Islam verboten ist, figurative Abbildungen von Menschen und Göttern zu schaffen, Kunst oder nicht?
  • Bildende Künstler: Daß konkrete Abbildungen nicht überall gern gesehen sind? Zwar ist es ein Vorurteil, das Bilderverbot als allgemein vorgeschrieben zu verstehen, doch wird es stillschweigend meist eingehalten oder nur dezent gebrochen. Der menschliche Körper, der weibliche gar, das Gesicht, als Zentralmotive entfallen weitgehend. Freie abstrakte Kunst gilt fast immer als dekadent und sinnleer. Wenige Ausnahmen, die man gern als Widerlegung präsentiert, bestätigen die Regel.
  • Musiker: Daß Musik im Islam streng reglementiert ist? Sie hat der Sache Gottes zu dienen, weltliche Themen ebenso weitgehend auszuschließen wie erotische Anklänge, nur bestimmte Instrumente zu nutzen und nicht der Unterhaltung oder dem Vergessen zu dienen, sondern der Verherrlichung und den religiösen Pflichten – und zwar den „richtigen“: Bach ist gotteslästerlich und auch zu opulent und Stockhausen satanisch. So meinte etwa Scheich Ibrahim Mogra, Vorsitzender des muslimischen Rates in Großbritannien: „Es sollten nur Trommeln und Gesang in der Musik zugelassen sein. Die Elektrogitarre ist für Muslime nicht akzeptabel.“
  • Literaten: Daß die islamische Literaturszene, verglichen mit der westlichen und asiatischen, nur rudimentär vorhanden ist und daß der Großteil der Zuwanderer – sofern Lesekenntnisse und -erfahrungen vorhanden sind – mit dem Konzept des Romans, der Novelle, dem Drama gar nichts anfangen kann?
  • Theaterkünstler: Daß Theaterkunst laut der Fatwa des Scheichs Saleh ibn Fawzan als „unnütz oder schadhaft“ gilt?
  • Filmkünstler: Daß die meisten Filme aus islamischen Ländern religiöse Themen haben und der Verherrlichung Mohammeds oder der Propheten dienen?
  • Tänzer: Daß Mann und Frau sich im Tanz nicht berühren, oftmals nicht mal sehen dürfen? Daß Bewegungen nicht lasziv oder erotisch sein sollen, daß der Tänzer sich nicht „vergessen“ darf? (Auch die viel gerühmten tanzenden Derwische werden von den meisten Muslimen abgelehnt.)
  • Performancekünstler: … 😦

Es versteht sich von selbst, daß es auch im Regnum des Islam Künstler westlichen Typs gibt. Irgendwo wird auch Jazz oder Rock gemacht, irgendwo die Trompete geblasen, menschliches Antlitz geformt und gemalt … Hier wird die Tendenz beschrieben.

Unter den muslimischen „Neubürgern“ wird es nur sehr wenige geben, die willens und auch nur in der Lage sind, westliche Musik, Malerei, Bildkunst, Theater zu goutieren. Das kunstinteressierte Publikum wird anteilig abnehmen mit steigender Zuwanderung. Kunst wird an Bedeutung verlieren, der Künstler wird sich erst vor anderen und dann vor sich selber rechtfertigen müssen.

Aber es gibt auch Licht am Horizont: Kalligraphen, Mandalamaler, Arabeskenkünstler, Teppichknüpfer, Töpfer, Steinmetze, Keramikkünstler, Glaskünstler, Metallkünstler, Miniaturmaler, Buchkünstler, Vorleser, Rezitatoren usw.: Für sie könnten himmlische Zeiten anbrechen, sofern sie sich an die strengen Vorgaben der islamischen Ornamentik, Kalligraphie und Thematik halten. Es gibt sicher Millionen schöpferische Wege, den Namen Allahs kunstvoll zu gestalten.

Fortsetzung: Cat Stevens und das Ende der Kunst

siehe auch: Mohammeds Musik

und: Roll over Beethoven

Ein Gedanke zu “Das Ende der Kunst

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Gegen Performances im Sinne der Surrealisten sind manche schon aufgeschlossen. Das will aber mancher nicht so wahrhaben, und wenn Stockhausen in klugen Worten auf diesen Punkt hinweist, ist es den Hiesigen auch wieder nicht recht. Obwohl Künstler seit Dali doch eigentlich Narrenfreiheit genießen.

    Auf der Erde sollen alle Grenzen schwinden, im Himmel der Gedanken dagegen verteidigt man die Hecken wild. Vermutlich, weil sie sich dort oft um die immer zahlreicheren Friedwälder ziehen, in denen man die toten beerdigt und nie ein lebender vorbeikommt.

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