Lobotomie oder: Linke Logik

Wikipedia: Die Lobotomie (von altgriechisch λοβός lobós „Lappen“ und altgriechisch τομή tomé „das Schneiden“, „der Schnitt“) ist eine neurochirurgische Operation, bei der die Nervenbahnen zwischen Thalamus und Frontallappen sowie Teile der grauen Substanz durchtrennt werden (Denervierung).

Sie wurde ursprünglich zur Schmerzausschaltung und bei extrem schweren Fällen psychischer Erkrankungen angewendet …

Sascha Lobo (bei Maybrit Illner, 17.11.2016, ab 1.02 h): Martina Böswald von der AfD sagt: in Berlin „ändern sich ganze Straßenzüge optisch so, daß ich, als ganz normal gekleidete übliche Frau, mich unsicher fühle, wenn ich mich da zu gewissen Uhrzeiten alleine hinbegebe“ Daraufhin Sascha Lobo: „Ist Ihnen da was passiert? … Ich würde gerne wissen: Ist da was passiert?“ – Heißt also (nach Köln und tausenden verifizierten sexuellen Übergriffen und Straftaten): Über Ängste, belästigt, angesprochen, angetanzt, angespuckt, begrapscht und vergewaltigt zu werden, darf man erst sprechen, wenn „schon etwas passiert ist“, wenn man die Erfahrung bereits gemacht hat, wenn man bereits belästigt, angesprochen, angetanzt, angespuckt, begrapscht und vergewaltigt worden ist.

Sascha Lobo (Spiegel, 16.11.2016): „Natürlich darf man ohne Faktencheck nichts glauben, was Donald Trump sagt. Aber eine seiner Feststellungen im ersten großen Interview nach der Wahl scheint Substanz zu haben.“

Sibylle Berg (Spiegel, 19.11.2016): „Natürlich kann man Wutbürger und Populistenwähler als Idioten bezeichnen. Bringt nur nichts.“ – Heißt also: Es ist de facto und moralisch richtig diese Menschen als Idioten zu bezeichnen, nur aus Nützlichkeitserwägungen erscheint es wenig erfolgversprechend.

Jakob Augstein (Spiegel, 17.11.2016): „Donald Trump ist kein Rechtspopulist – er ist ein Faschist.“ – Augstein hätte auch schreiben können: „Donald Trump ist nicht nur ein Rechtspopulist – er ist auch ein Faschist.“ – Heißt also: Faschismus und „Rechtspopulismus“ schließen sich aus. Augsteins „Faschismus“-Begriff deutet auf die vollständige Entdifferenzierung hin und wird von keiner einzigen Faschismus-Theorie gedeckt.

Jakob Augstein (Spiegel, 17.11.2016): „Das Wort vom Populismus erlaubt sogleich den Zusatz „von rechts und von links“ – aber es gibt keinen menschenverachtenden Populismus von links.“ – Heißt also: Weil links, kann es nicht menschenverachtend sein – links ist per se philanthropisch, heißt aber auch, daß die gesamte Geschichte der linken (staatssozialistischen) Propaganda (Populismus), die unendliches Leid rechtfertigte, ebenso exkulpiert ist, wie linkspopulistischen Regierungen in Kuba, Bolivien, Venezuela, Ecuador etc.

Margarete Stokowski (Spiegel, 15.11.2016) „Wir haben sehr gute Gründe, in akuter Alarmbereitschaft zu sein und gleichzeitig gründlich zu überlegen, wofür wir stehen und wo wir damit hinwollen, und das ist eine abgefahren harte Herausforderung.“ – Heißt also was? „Wir“ Deutschen? Wir Spiegelleser? Wir Linken? Wir besorgten Bürger? … Heißt also: Der Spiegel spricht überhaupt nur noch zu seinesgleichen.

Roland Nelles (Spiegel, 14.11.2016) über die Entscheidung Steinmeier zum nächsten Bundespräsidenten zu machen: „Amt und Kandidat sind wie füreinander gemacht. … Die Große Koalition setzt mit seiner Nominierung bewußt ein Zeichen: Während in den USA der Populist Donald Trump an die Macht kommt, kürt sie einen Präsidentschaftskandidaten, der der genaue Gegenentwurf ist.“ – Heißt also: Der deutsche Bundespräsident wird nicht nach inneren, nationalen Interessen gekürt, sondern um nach außen Moralrauchzeichen zu setzen.

Undsoweiterundsoweiterundsoweiter.

 

2 Gedanken zu “Lobotomie oder: Linke Logik

  1. Kurt Droffe schreibt:

    Diese völlige Entleerung und Beliebigkeit des Faschismus-Begriffs frappiert mich immer wieder: Faschismus ist mittlerweile alles, was irgendwie rechts, fremdenfeindlich, frauenfeindlich, sonstwasfeindlich ist. Was im Einzelnen oft zwar nicht erfreulich sein mag, aber mit Faschismus nur selten was zu tun hat. Aber es klingt halt so gut! So griffig, und man ist qua Begrifflichkeit schon bei den Guten! Manchen, die den Begriff (gern auch im angloamerikanischen Raum) so großzügig verwenden, möchte man zurufen: „Thank your lucky stars, daß Ihr nie in Eurem Leben echten Faschismus (eher gemeint ist ja wohl ohnehin: Nationalsozialismus) kennengelernt habt!“
    Aber vielleicht sollte man sich darüber gar nicht ärgern, sondern als Faktum akzeptieren, daß „Faschismus“ mittlerweile einfach das Namensschild für alles Nicht-Progressive geworden ist, eine Art Parteiname oder Kriegsbemalung oder so ähnlich. So waren im Italien des Mittelalters „Guelfen“ und „Ghibellinen“ Parteinamen noch Hunderte von Jahren, nachdem der letzte Staufer und der letzte Welfe das Blau des italienischen Himmels gesehen hatten und kein Italiener mehr wußte, worum es denn damals eigentlich gegangen war, kaum mehr als Etiketten für rivalisierende Cliquen in den reichen Städten…

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  2. Großen Dank, ich hab mir gestern Abend just so eine anschaulichen Sammlung von Lügen und Unterstellungen von links an rechts gewünscht zum Zitieren – wird gemacht! Vor allem: was Mitklingt, oder was beim Zuendedenken solcher Sätze herauskommt, ist das Fiese, offene Lügen sind’s ja wohlweislich selten.

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