Zahlenmystik

Es muß eine Verschwörung sein!  Viele Einwanderer sind am 1. Januar geboren. Drei von 12 Eritreern versicherten mir hoch und heilig, am ersten Tag des Jahres geboren worden zu sein. Ich kann an diesen Zufall nicht glauben, doch sie bestehen darauf.

Nun erfahre ich auch von einem Syrer, daß er zwei Geburtstage hat. Man feiert das Datum in Syrien nicht, trotzdem nennt er einmal September und ein anderes Mal lese ich im Ausweis den März.

Wie ist das möglich?

Aus pädagogischen Gründen ist es vorteilhaft, zu Beginn des Jahres geboren zu werden. Wenn man das Kind für begabt hält, will man es mit sechs statt sieben Jahren einschulen lassen. Also geht man zu den Behörden und läßt das Geburtsdatum des Kindes – gegen einen Bakschisch – ändern.

Andere Länder, andere Sitten.

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2 Gedanken zu “Zahlenmystik

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Planungen

    Eine Freundin mit einer beneidenswerten Begabung, ironisch zu sein und jedes mimische Anzeichen dafür zu meiden, hatte für eine Geburt schon die vage Zusage einer Klinik. Im achten Monat machte sie sich dann auf den Weg, um dort die Sache festzuklopfen. Die sie empfangende Stationsschwester blätterte daraufhin kopfschüttelnd und brummelnd in ihrem Terminkalender, „Da ist schon voll … und da auch … alles ganz schlecht … wie machen wir das nur … also das klemmt eigentlich überall …“ Die Mutter in spe antwortete: „Nun, wenn Sie keinen Termin freihaben, dann muss das Kind eben warten.“ Worauf sich die Schwester besann und meinte: „Ach wissen Sie, so genau kann man diese Geburten ohnehin nie planen. Das wird schon klappen, da wird sich etwas auftun. Die Kinder kommen letztlich sowieso, wann sie wollen.“ Trockene Antwort der Mutter: „In meinem Falle handelt es sich allerdings um das Kind einer Beamtin. Glauben Sie mir, das wird pünktlich zum Termin kommen!“ Entgeisterter Blick der Oberschwester.

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  2. In Deutschland macht man dasselbe anders: man hat erst Prinzipien, und dann wirft man sie über den Haufen. Eine Bekannte wollte auf jeden Fall, daß ihr Kind mit 7 statt wie damals in ihrem Bundesland üblich mit 6 eingeschult würde. Also hat sie ihre Familienplanung exakt so berechnet, daß das Kind nach dem Stichtag geboren werden muß. Hat erstaunlicherweise geklappt, nur daß der Junge sich im Kleinkindalter mehr und mehr als hochbegabt herausstellte, und sie ihn dann schließlich mit 5 eingeschult haben ….

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