Presse nach Wahl

»Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Krieges nicht mehr.« Peter Sloterdijk

Man kann nur darüber spekulieren, welche Bedeutung die Medienberichterstattung für das Wahlergebnis hatte. Ähnlich Sachsen-Anhalt und ein halbes Jahr nach diesem ersten Schock, kommt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern  auf satte 20 Prozent der Wählerstimmen. Das ergibt bereits die erste Lehre: die Blockparteien haben keine Lehre gezogen, sie sind und bleiben bildungsresistent oder aber es fehlen ihnen schlicht und einfach Mittel und Ideen, den selbstaktivierten Zauberbesen wieder in die Ecke zu befördern. Im Gegenteil, sie vermehren seine Macht durch zusätzliche Spaltungen – je weiter ihnen das Wasser bis zum Halse reicht, desto hektischer, so bleibt zu fürchten, werden sie auf ihn einschlagen.

Eine dieser Spaltungen findet in der Presse statt. Mir ist unter den tausenden Artikeln über die AfD kein einziger in Erinnerung, der sich dem Phänomen in irgendeiner Weise affirmativ oder auch nur ernsthaft interessiert genähert hätte. Ein halbes Dutzend haben sich der Meinung enthalten und damit „Objektivität“ gemimt, alle andere reichen von Kritik über Distanzierung bis zu Diffamierung und, ja, Hetze. Sämtliche Meinungsmacherblätter entblödeten sich z.B. nicht, die affektbesetzte Privatmeinung einer Jennifer Rostock zur AfD zu pushen.

Ob diese Politik nun förderlich oder kontraproduktiv war, ist schwer zu sagen. Fakt ist, daß die Alternative ihre Erfolge gänzlich ohne leitmediale Unterstützung eingefahren hat, mehr noch, gegen die geballte Gewalt der medialen Einheitsfront! Es erhärtet sich der Eindruck, daß der aus den Blättern triefende Haß eher Öl ins Feuer der neuen Partei goß, daß man auf systemischer Seite in aller Ohnmacht mit Brandbeschleuniger löschen will …

Das macht die Erfolge so außergewöhnlich: sie kamen gegen den geballten Mainstream zustande. Es ist müßig, jetzt darüber zu spekulieren, was gewesen wäre, hätte die Parteilichkeitspresse den Weg der objektiven oder gar positiven Beschreibung gewählt.

Es war in den letzten Wochen vor der Wahl auffällig ruhig um die AfD geworden, so als hätte es eine heimlich vereinbarte Schweigeabstimmung in der Presse gegeben, aber es war einfach zu viel Druck im Kessel der Ressentiment-Journaille: die letzten Tage wurden die Leser wieder mit Warnungen, Drohungen und Skandalen überschüttet.

Wie sieht es nun nach der Wahl aus? Hat man etwas gelernt? Ist das Mediensystem überhaupt anpassungsfähig? Hier ein kleiner Parcoursritt durch die Kommentarspalten der fünf führenden Blätter des Landes am Tage danach.

Der „Spiegel“ knöpft sich in einem schludrigen Artikel CDU-Cheftrainerin AM vor und kann sich dann doch nicht enthalten zu schreiben: „Und anders als die alte, pragmatische Protestpartei Linkspartei ist die neue, wütende Protestpartei AfD nicht über Koalitionen auf Landeseben (sic!) einzubinden. Die AfD ist eine Partei gegen das bestehende Parteiensystem, sie will sich nicht einfügen, sondern sie will Unruhe stiften, sabotieren. Mit den Rechtspopulisten ist kein Staat zu machen. Darin steckt die große Gefahr für die Demokratie.“

Darin wird eine gewisse Präferenz für die Linkspartei unverhohlen ebenso deutlich wie erneut ausdrücklich pejorativ und zum hunderttausendsten Male vor der AfD gewarnt wird, ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung.

An weiterer Stelle im gleichen Blatt aus anderer Feder liest man: „Die Gefahr ist, dass die AfD weiter zulegt. Noch am Sonntagabend in Schwerin sprachen die Rechtspopulisten …“ Blablabla. Auch hier wird das Bild der Gefahr evoziert, ohne daß man es für notwendig erachtet, die vermeintliche Gefahr zu beschreiben oder gar die Gefahr der Merkel-Politik, die – wie manche meinen – Deutschland, Europa und den Weltfrieden gefährdet, auch nur zu denken. Stattdessen spricht man lieber von „AfD-Hybris“.

Politik-Ressortleiter Roland Nelles möchte in einer Video-Analyse – man muß sich den propagandistischen Wert derartiger Pauschalisierungen wirklich vor Augen führen – „klar und deutlich festhalten, daß die Wähler der AfD tatsächlich Rassisten sind … und daß Frauke Petry eine Politik betreibt, die den Leuten suggeriert: Deutschland den Deutschen, andere sind nicht würdig bei uns zu leben, wir sind das überlegenere Volk und das ist eine zutiefst fremdenfeindliche, rassistische Politik“.

In der „Süddeutschen Zeitungstellt man sich unbeschönigt auf Merkels Seite und gibt ihr gute Ratschläge – nicht etwa, wie sie dieses Land wieder auf Kurs bringen könne, sondern wie sie die AfD zu bekriegen habe und da diese in der medialen Perzeption die Partei der Abgehängten ist, folgt in blitzsauberer Logik: „Richtig ist aber auch: Merkel muss mehr tun für jene, die sich abgehängt fühlen. … In Frankreich wird der Front National überdurchschnittlich häufig in solchen Regionen gewählt, wo es keinen Anschluss an das Breitband-Internet gibt. Der Zugang zum schnellen Internet ist dort ein verlässlicher Indikator für Chancengleichheit, für Wirtschaftskraft, für Protestwahlverhalten. Wenn Merkel die AfD kleinregieren will, dann reicht es nicht, die Flüchtlingspolitik zu erklären. Sie muss der AfD den Nährboden entziehen. Muss sich der Unzufriedenheit entgegenstemmen. Dann muss sie in Gegenden investieren, nach denen sonst kein Hahn mehr kräht.“ Man könnte viel über diese Zeilen sagen, aber es genügt die verräterische Sentenz „Dann muss sie in Gegenden investieren“ hervorzuheben, um das Demokratie- pardon Monarchieverständnis dieser spitzen Feder zu verstehen.

Daß man auch dort meint, pauschal behaupten zu können, „AfD-Wähler sind Rassisten, keine Abgehängten“, wundert schon nicht mehr. Man ergründet auch gar nicht mehr die Seelenlage dieser Menschen, denn der Rassismus beweist sich schon im Stimmverhalten. Die Grenzen zu systematischen Ausgrenzungsstrategien wie etwa dem Antisemitismus, dem McCarthyismus, der trotzkistischen Verschwörung  oder dem Rassismus selbst, sind hier strukturell bereits verwischt. Das martialische Vokabular läßt nichts Gutes für die Wahl-Sünder erahnen, könnte man, wie man wollte.

Obereinpeitscher Heribert Prantl meldet sich natürlich auch zu Wort – er reitet das Pferd „Angstmacherei“. Aus Platzgründen erspare ich mir die Analyse; Prantls Arbeiten sind seit je selbstentlarvend genug; auch die abgehängten Leser dieses Blogs werden das im Eigendenkverfahren durchdringen.

Die einst konservative „Welt“, die einen Merkel-kritischen, aber zugleich auch AfD-feindlichen Kurs fährt, schaltet einen Live-Ticker unter der Überschrift: „Die AfD ist keine Alternative, sondern ein Armutszeugnis.“ Lohnt nicht weiter …

Auch die „FAZ“, ebenfalls einst eher konservativ, mag diesen Satz und stellt ihren Live-Blog unter selbiges Motto.

In einer Analyse macht man sich zumindest demographische Gedanken über die AfD-Klientel und kommt zu dem Schluß: „AfD-Wähler haben geringe bis mittlere Bildung“, obwohl mehr Selbständige AfD statt CDU gewählt haben. Motiv sei „die große Angst vor Flüchtlingen“, die freilich nicht hinterfragt wird. Könnte es evtl. Gründe für eine solche Angst geben? Das Narrativ ist hier (unausgesprochen) einhellig: Angsthasen vor eingebildeter Schlange.

Das Focus-Huffington-Kartell läßt den ehemaligen CDU-Generalsekretär Pohlenz mit den markigen Parolen im schafhüterischen Du zu Wort kommen: „‘Ich verachte euch‘ – eine wütende Abrechnung mit der AfD und ihren Wählern.“ Darin reitet auch er die Mähre der Unbildung: „Wenn in einem Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte und den wenigsten Flüchtlingen 22 Prozent die AfD wählen, aus Angst vor Flüchtlingen, dann sollte die Regierung nicht ihre Flüchtlingspolitik überprüfen. – Sondern ihre Bildungspolitik.“ Der AfD wird „völkische, ausländer- und islamfeindliche Ideologie“ unterstellt. „Die AfD lebt und wird fett von der Angst“ usw. Sachanalyse Fehlanzeige …

Zum Schluß habe ich mir die „Zeit“ aufgehoben, wo keine Geringere als Lamya Kaddor ihrem Frust freien Lauf lassen darf. Einen „Schrei nach Aufmerksamkeit“ meint sie zu hören und begreift wohl die inhärente Infantilisierung und Psychologisierung dieser Parole nicht. Die Frau, deren Anti-Islamisierungsunterricht eine Handvoll IS-Kämpfer hervorbrachte – die Lohberger Gruppe – spricht von politischer Verelendung und meint damit selbstverständlich nicht das Linksparteiensyndikat, sondern die selbsternannte Alternative dazu: „Wir hatten Faschismus, Nationalsozialismus, Stalinismus, Chomeiniismus.“ Wir hatten Chomeiniismus? Ihr hattet ihn – uns reichen die ersten drei auch schon (Man sollte sich weigern, sich in das islamische Geschichtskontinuum einordnen zu lassen!).

Aufklärung sei sinnlos, also doch besser verschweigen, wo man kann, und wo nicht, dort kümmern. Und wer ist schuld? „Um den Populisten nicht auf den Leim zu gehen, muss man sich auch fragen, warum sie gewählt werden. Nein, es liegt nicht am Linksruck der Merkel-CDU. Schuld sind auch nicht die übrigen Parteien. Was auch die Wählerwanderung in Mecklenburg-Vorpommern andeutet: Die meisten waren vorher Nichtwähler, alle anderen großen Partei (sic!) haben etwa gleich viele Wähler an die AfD verloren.“ Schuld sind die Nichtwähler, eine Klientel, die die AfD erst aus der demokratischen Leichenhalle hervorgeholt hat – nur leider haben die Zombies falsch gewählt.

Fazit: Die Ergebnisse lassen vermuten, daß die tagtägliche Gülle, die sich über die AfD ergießt, für diese wie ein Stahlbad wirkt – eine These, die manch Linker vielleicht intellektuell erfassen kann, nur sitzen die Reflexe so tief, daß eine Handlungsänderung kurzfristig nicht zu erwarten ist.

Dieser kleine, zugegeben sehr subjektive, selektive und verkürzte Ausritt in den Hindernispark der Links- und einst Qualitätsmedien, läßt wenig Hoffnung auf Einsicht und Änderung. Die Medienmauer schließt Selbstkritik aus, in ihrer ganzen Breitseite erinnert sie zumindest in Hinblick auf den Umgang mit der AfD fatal an dunkle Propagandazeiten der quasi-chomeiniistischen  Perioden europäischer Geschichte, in denen man glaubte, durch stupides Wiederholen bestimmter Hiobsbotschaften diese zu geschichtsmächtigen Agenten machen zu können. Die Ursachen für die Borniertheit und das ununterbrochene manische Abspulen des beschränkten Programms dürften sozialpsychologisch tief verwurzelt und indoktriniert sein. Nur eine langwierige Verhaltenstherapie oder ein kathartisches Fundamentalerlebnis, so bleibt zu fürchten, kann die systemisch verfestigten Verhaltens- und Denkmuster der Linken kognitiv umstrukturieren. Es bleibt zu befürchten, daß uns nicht genügend Zeit bleibt, auf diese Heilung zu warten.

Stattdessen sollte man sich von der Agitpropmaschine frei machen und eine Gegenrealität schaffen, die sich an Vernunft und Tatsächlichkeit orientiert.

Apropos Jennifer Rostock: Ein Youtuber hat es sich – man mag zu der Art und Weise stehen, wie mal will – tatsächlich zur Aufgabe gemacht, den Inhalt des millionenfach „gelikten“ Sprechgesanges auf Wahrheitsgehalt zu prüfen … mit typischem Resultat.

weiterführend zum Thema siehe auch:

Der Niedergang der Presse

Das rote Mehr

S k AfD a l ö s!

5 Gedanken zu “Presse nach Wahl

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Man fällt mit großer Geste aus allen Wolken, wenn Hiesige eine andere Ansicht zu einem Thema haben, und unterstellt gleichzeitig, dass Neuankömmlinge selbstredend alle eigenen Einstellungen übernehmen werden, wenn ihnen nicht sogar blank unterstellt wird, diese schon zu haben. Wer jedoch von den Hiesigen andere Einstellungen oder Einschätzungen hat, muss entweder dumm, seelisch krank oder bösartig sein.

    Es erinnert an die oft in ähnlichen Bahnen laufende Behandlung spektakulärer Verbrechen durch Presse sowie die Strafgerichtsgaffer und -meinungshaber, die man dann auf der Straße trifft. Das Verbrechen wird entweder als unerhörter Einbruch des Bösen in die an und für sich gute Welt empfunden, Prinzip „tückischer Teufel am Werk“, oder man sucht eine kausale Erklärung der Tat ganz außerhalb menschlicher Willensbeteiligung, also Prinzip „kranker Irrer, der selber nichts dafür kann“. Beides beruhigt anscheinend, und manche schaffen es sogar, ohne sich vom Widerspruch verstören zu lassen, ad hoc zwischen diesen beiden Erklärungsmodellen hin- und herzuspringen, Parole: „Der ist ja so krank, der gehört bestraft!“ Manche brauchen das offenbar, um nicht das Gefühl zu haben, auf dieser nur äußerst dünnen Erdkruste zu leben, die durch Mantelkonvektion, Schollenkollisionen und alltägliche Erdbeben gestaltet wird.

    Unsagbar ist es anscheinend immer noch, dass einer der eigenen „mündigen Bürger“ aus eigenem Willen, unverhetzt und auch noch geistig unbeschädigt zu diesem Urteil gelangt:

    Ihr zieht mir nicht das Grüne an,
    Weil ich’s nun mal nicht leiden kann.

    Gestern berichtete der Figaro vom unglücklich ausgegangenen Besuch mit Shorts bekleideter Frauen in einem von Drogenhandel und Islamisierung geprägten Viertel von Toulon. (Heute anscheinend schon hinter einer Bezahlschranke.) Einem darob von Tugendwächtern angegangenen männlichen Begleiter wurden Nasenbein und Oberkiefer gebrochen, 30 Tage Krankschreibung. Petit à petit, l’oiseau fait son nid.

    Zur – vielleicht – langsam einsetzenden Kurve bei einem Teil der Presse: Wer in der FAZ bei Altenbockum oder auch Kohler zwischen den Zeilen liest, bemerkt schon seit der letztjährigen Bekehrung von Frau Merkel zur Willkommenskultur wenig Begeisterung für die betriebene Politik. Die professionelle Massenpresse kann aber wegen der ökonomischen Zwänge, denen sie unterliegt, bei Einsichten nicht den Vorreiter machen, sondern nur folgen, so sie denn überhaupt will. (Die FAZ kann allenfalls etwa vor den Wahlen nützliche olle Pädophilie-Kamellen bei den Grünen ausgraben, weil die halt nicht zum eigenen Lager gehören. Dabei droht keine Gefahr bei den eigenen Inserenten oder den auch öffentlichen Auftraggebern und Subventions-Zuschanzern der Inserenten, sondern im Gegenteil … Den Unterhaltungswert einer Vorführung von Cages 4′33″ in der Besetzung mit grünen Trompeten will ich natürlich nicht leugnen.) Der Kadaver muss erst allen in der Nase stinken, bevor man gewisse sanitäre Probleme auf den öffentlichen Wegen im eigenen Viertel vorsichtig ansprechen kann.

    So lange aber gilt das banale Korollar zu Popper: En déni de réalité, il faut décrier les critiques.

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  2. Kurt Droffe schreibt:

    Danke, den Beitrag auf Achgut kannte ich nicht.
    Und zu Punkt 5 haben Sie schon recht; ich habe nur den Eindruck, daß die Zeiten des völligen Verdrängens vorbei sind. Die des Nicht-Erwägen-Wollens hingegen noch nicht.

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  3. Kurt Droffe schreibt:

    Ja, das Bild ist ernüchternd. Ein paar Anmerkungen:
    1. Schon die oft aufgestellte Behauptung, daß man in MV nicht die AfD hätte wählen dürfen, „weil es da ja kaum Flüchtlinge gibt“, ist bei schneller Bierdeckelrechnung unsinnig: MV hat (so meine Zahlen) 1.600.000 Einwohner und 30.000 Flüchtlinge, Deutschland 80.000.000 und 1.500.000. In beiden Fällen ist das Verhältnis Einwohner/Flüchtling 53/1. Aber lieber mal schnell daherplappern, und womöglich im gleichen Atemzug konstatieren, daß MV ja nicht zähle, weil es so wenige Einwohner hat.
    2. Selbst wenn dem nicht so wäre, warum sollte man denn in MV nicht die AfD wählen sollen, wenn man sich um die Lage auch in anderen Teilen der Republik Sorgen macht? Das wäre innerdeutsche Solidarität, in anderen Fällen gerne gesehen. Sollte in München oder Leipzig ein Flüchtlingsheim brennen (schlimm genug), so würde die gleiche Klasse begeistert Beifall klatschen, wenn in Rostock oder Stralsund die Bürger demonstrierend auf die Straße gingen. Der Einwurf: „Aber da hat’s doch gar nicht gebrannt“ würde als hartherzig, kalt und unsolidarisch gebrandmarkt.
    3.Drollig ist auch, daß die Stimmen dieser ganzen Rassisten doch gerne wiedergewonnen würden. Also was denn nun: Wenn das alles üble Gesellen mit tiefsitzendem Rassismus sind, dann möchte man doch eigentlich gar nix von denen, am allerwenigsten gewählt werden.
    4. Aber nein, das ist es dann doch nicht; es ist das fehlende Breitband! Kennen Sie diese alte Jägermeister-Werbung: „Ich trinke Jägermeister, weil…“? Das sollte die AfD ironisch aufgreifen: „Ich wähle AfD, weil ich kein WLAN habe“; „Ich wähle AfD, weil ich abgehängt bin“; und und; ständig wird eine neue abstruse Etikettierung aus dem Hut gezaubert.
    5. Ganz so düster wie Sie sehe ich die Lage dann doch nicht, denn zum einen gibt es in meiner (begrenzteren) Wahrnehmung doch immer auch Artikel, die das Thema „Migrationskrise“ und AfD nüchterner behandeln. Zum anderen aber beherrscht die AfD auf ihre Weise doch einen Teil der Diskussion; allein durch ihre Existenz können manche Themen jetzt nicht mehr einfach ignoriert werden. Man muß nicht immer über die AfD reden, um über die AfD zu reden. Denn, siehe oben, ihre Wählerstimmen wollen sie dann doch alle gerne wiederhaben.

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    • Zu Ihrem Punkt 1: … gab es heute einen kurzen Artikel auf Achgut: http://www.achgut.com/artikel/die_waehler_sind_hirnlose_dummkoepfe_die_nicht_wissen_was_sie_tun

      Punkt 3: Funktioniert auch umgekehrt. Die Wählerbewegung zeigt ja, daß de AfD von überall her Stimmen gesammelt hat (außer Grün). Wenn man jetzt also in die Wählerbeschimpfung verfällt, dann beleidigt man die Menschen, die einen selber in den Sessel gehoben hatten.

      Punkt 5: Sollte Ihnen in einem Leitmedium ein affirmativer Artikel zur AfD bekannt sein, dann lassen Sie uns an diesem Kleinod bitte alle teilhaben. Ansonsten kenne ich nur „man-muß-die-Sorgen-verstehen“-Artikel. Selbiges mit Migration. Mir ist nichts bekannt, was sich etwa dezidiert mit der Islamisierung beschäftigt und einfach nur mal die demographische Mathematik durchrechnet. Heinsohn ist der einzige, der es – aus Polen – im neutralen Vokabular wenigstens mal andeutet und alle, die sich hier vorwagen, wie etwa Baberowsky, werden sofort zurückgestutzt und quasi mit Berufsverbot bedroht. Ansonsten arbeiten sich alle am Tertiärproblem „Kriminalität“, Badespaß und sexuelle Belästigung ab, aber der fundamentale Eingriff in die Gesellschaft wird nicht thematisiert – so weit ich sehe …

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