Eine andere Perspektive

Ein alter Werbefilm aus England macht in weniger als 30 Sekunden ein uraltes Problem unmittelbar einsichtig: ein Ereignis, aus nur einer Perspektive betrachtet, gibt einen bestimmten Eindruck, aus einer anderen Perspektive, einen ganz anderen, aber erst, wenn man den Gesamtkontext kennt, versteht man, was tatsächlich passiert ist. Das gilt umso mehr, wenn klischeebehaftete Personen, wenn Stereotypen involviert sind.

An einem aktuellen Artikel des „Spiegel“ kann man das wunderbar durchexerzieren. Er behandelt das Haschischproblem des Kopenhagener Szeneviertels „Christiania“. Dort hatte es vor ein paar Tagen einen ernsthaften Zwischenfall mit einem Todesopfer, einem lebensgefährlich verletzten Polizisten und zwei Schwerverletzten gegeben.

Spiegel: Christiania wehrt sich

Ähnlich ARD-Tagesschau Podcast (2.50 min)

Laut „Spiegel“ wurde ein Dealer von Polizeibeamten gestoppt. Dieser jedoch zog sofort eine Waffe, schoß dem einen in den Kopf, dem anderen ins Bein und einem Zivilbeamten mit den Worten  „Bist du auch ein fucking Bulle?“ ebenfalls ins Bein. Bei der späteren Festnahme mit Schußwechsel wurde der Täter schwer verletzt und verblutete.

Im Spiegel-Artikel wird nun das klischeebeladene Bild des „Rockers“ evoziert. Proteste der Einwohner „stellten sich gegen die Rocker, die Teile des Haschhandels im Viertel übernommen haben.“ Wenig später liest man von „Haschverkäufern, viele von ihnen junge Männer mit GI-Haarschnitt und Kapuzenpullover“. Wieder eine Zuordnung.

Über den Täter selbst erfahren wir nichts, nichts im Spiegel zumindest. Zieht man die dänischen Medien hinzu, stellt sich alles etwas anders dar.

Der Täter: Mesa Hodzic

Der Täter: Mesa Hodzic

Mesa Hodzic heißt der junge Mann, ein Einwanderkind bosnischer Eltern. Er war vier Jahre alt, als er nach Dänemark zog bzw. flüchtete, besaß den dänischen Paß und hatte die dänische Schullaufbahn genossen. Aber Mesa war seit langem ein Krimineller. Schon als Jugendlicher war er aufgrund seiner extremen Brutalität bekannt und gefürchtet. Ein Freund berichtet, daß sein Lebensziel in einer großartigen kriminellen Karriere bestand. Bandenmitglied, Körperverletzung, Autobrände, Diebstähle, Rauschgift … das ganze Arsenal über viele Jahre hinweg. Im Besitz des Täters fand man 50 kg Haschisch, je 3 kg Skunk und Pot, 1500 große Joints, 400 normale Joints, 40 Gramm Ice, 130 ml Haschöl und 61 Haschkekse.

2010 stand er zusammen mit seinem kriegstraumatisierten Vater und Bruder wegen versuchten Mordes vor Gericht – das Opfer überlebte mit Mühe die zahlreichen Messerstiche, allem Anschein nach ging es um die „Ehre“. Mesa wurde frei gesprochen, der Vater bekam sechs Jahre. Mittlerweile lebt er in Deutschland.

Vermutlich um diese Zeit begann Mesa sich zu radikalisieren, ließ sich einen Bart wachsen, gehörte der salafistischen und offen demokratiefeindlichen, in Deutschland verbotenen Organisation Millatu Ibrahim an, bewunderte und verherrlichte den IS, begann alle „Ungläubigen“ zu hassen und besonders die Polizei …

Diese hatte nach den Vorfällen nichts Eiligeres zu tun, als jeglichen Zusammenhang zwischen Islam, Islamismus und der Straftat zu leugnen. Für einen terroristischen Hintergrund gibt es in der Tat nicht genügend Hinweise, auch wenn der IS die Tat umgehend für sich reklamierte. Aber für eine erschreckende internationale Tendenz der Verflechtung von Islamisierung und kriminellem Milieu schon. Junge gescheiterte Existenzen nehmen das Angebot diverser islamischer Vereinigungen an, ihr Scheitern in den Glauben und den Dschihad zu kanalisieren. Der tötungsbereite Haß auf die Polizei, die westliche Gesellschaft und die „Ungläubigen“ dürfte nicht zuletzt in diesem Lebenskreis genährt worden sein.

Und selbst wenn das alles nur Spekulation ist und selbst wenn die Rocker-Szene in Kopenhagen viel Ärger bereitet: Man muß sich noch immer fragen, weshalb der „Spiegel“ (und andere) uns diese Hintergründe nicht nur verschweigt, sondern seine Leser bewußt auf eine falsche Spur führt. Immerhin hat sich Dänemark mit der Aufnahme dieser bosnischen und muslimischen Familie einen Problemkomplex ins Land geholt, der Menschen das Leben kostete, mehrere lebensbedrohlich verletzt und traumatisiert hat, an deren Händen Blut klebt, die für zahlreiche Verbrechen verantwortlich sind.

Derweil wird der polizeiliche Todesschuß bei der versuchten Festnahme von einer Unabhängigen Polizeianklagebehörde strafrechtlich untersucht.


In diesem zukunftsweisenden muslimo-multikulturellen Video der Millatu Ibrahim ist der Täter ab 3.10 zu sehen und zu hören, auf Serbokroatisch:

Zum Thema siehe auch:

Islamismus- Ein- und Ausstieg

Die entscheidende Frage

Das rote Mehr

Der erste Stein

Muslime in Dänemark

Muslime in Dänemark II

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