Fetischismus – Ein Geständnis

„Was Frauen angeht, die alle Sorten anziehender, kurzer, verführerischer Kleidung tragen, die ihre Körper nicht anständig bedecken, sondern ihn attraktiv zur Schau stellen (laufen in Gefahr) schlecht gesonnene Männer, Leute mit geringen sittlichen Wertvorstelllungen und Leute mit schwachem Glauben zu treffen, die sie mißbrauchen und ihre Tugendhaftigkeit angreifen.“ (Dr. Abdul Rahman Al-Sheha: Frauen im Schutz des Islam)

Mancher steht auf Lack und Leder, schnüffelt in ausgetragenen Pumps, klaut Unterwäsche von der Leine oder hat – wie man mir im TV mehrfach versicherte – ein Faible für Ziegen.

Mich hingegen turnen verhüllte Gesichter, schwarz verhangene Körper, kopftuchbedeckte Haare an. Wenn ich diese tollen Frauen erblicke – ich kann nicht anders – muß ich mir vorstellen, wie sie drunter aussehen.

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4 Gedanken zu “Fetischismus – Ein Geständnis

  1. Wenn wir Fetischismus so definieren, daß es eine abseitige Neigung ist, die sich auf libidinös (fehl)besetzte Objekte heftet, dann ist das definitiv keiner! Glück gehabt 😉 Zizek erklärt sogar den ganzen Islam so: die Frau ist die verhüllte Wahrheit (die in ihrem Schoß liegt), welche permanent männliche Phantasien auslöst, sie zu enthüllen (die Wahrheit, die Schleier, die Vagina). Ich würd es so sagen: Der muslimische Mann ist nach David Riesman sozusagen „außengeleitet“, d.h. in seine kulturellen Schranken muß er durch äußerliche Grenzen (i.e. in diesem Fall: Kleidervorschriften) gewiesen werden, während der europäische Mann diesbezüglich „innengeleitet“ wäre, also seine kulturellen Schranken in sich trägt (qua Sozialisation, Über-Ich). Unterschied Schamkultur/Schuldkultur.

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    • Enzensberger schrieb angesichts des Gedichtes irgendwo:

      „Der Verfasser, der sein Produkt selber kommentiert, spricht sich sein eigenes Urteil, wenn er das Gedicht aus der poetischen in eine andere Sprache rückübersetzt. Er gibt damit nämlich zu, daß er das, was er mit den Worten des Gedichts sagte, auch anders, nämlich mit den Worten seiner Erläuterung hätte sagen können.“

      Das gilt wohl auch für andere Texte. Da Sie die Schwachstelle sofort erkannt haben – den Begriff „Fetischismus“ -, muß ich leider einen solchen Erläuterungssatz sagen. Es war, schlicht und einfach, der Versuch einen eye catcher einzubauen, eine Vokabel, die Aufmerksamkeit erzeugt, eine negative Werbung. Ganz banal. Daß sie nicht wirklich klingt, war klar. Alles nur um die ebenso banale Botschaft zu verkünden, daß das islamische Argument, man könne Frauen durch Verhüllung vor sexueller Begierde schützen, unsinnig ist und exakt umgekehrt werden kann.

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      • Pérégrinateur schreibt:

        So viel an nackter Haut, wie man hierzulande gerne auf den Partnerschaftserwartungsmarkt trägt, ist weniger reizvoll als ein gewisses Maß an Verhüllung. Zumindest wirkt es auf mich so. Als vor einigen Jahren die jungen Frauen gezwungen waren – welche kann sich schon den Imperativen der Mode entziehen? – beringt von oben bis unten und mit entblößtem Nabel aufzutreten, fand ich das eher abstoßend. Mir kam in den Sinn, was ich irgendwo mal über spartanische Sitten gelesen hatte. Fand eine junge Spartanerin zu lange keinen Mann, so zeigte sie sich splitternackt auf deḿ Marktplatz in der Hoffnung, dass vielleicht der Anblick ihrer Geschlechtsteile ihr einen Freier einbringen könnte, was sie mit ihren anderen Reizen nicht vermochte.

        „Oh Mädels“, dachte ich, „habt ihr es auch so sehr nötig?“

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        • Dazu eine Variation. Vor Jahren meine ich eine Dokumentation über einen indigenen Stamm im Amazonasgebiet (vielleicht war’s auch Borneo …) gesehen zu haben. Dort hatte man ein seltsames Königswahlritual. Die jungen Bewerber mußten sich direkt der Dorfschönen gegenüber setzen, die nackt mit gespreizten Beinen dasaß, und ihren Blick diesem „Ereignis“ zuwenden. Wer als Letzter eine Erektion bekam, wurde Häuptling. Er hatte die größte Selbstbeherrschung gezeigt.

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