Die Faszination des Islam

Wenn man sich auch nur ein klein wenig mit dem Islam in Deutschland beschäftigt, dann kommt man nicht umhin, die Menge an Youtube-Videos zu bemerken, die junge deutsche Konvertiten voller Stolz und meist mit missionarischem Eifer ins Netz stellen. Junge Männer mit Ziegenbärten, diversen Kopfbedeckungen und oft beeindruckenden Arabisch- und Korankenntnissen.

deutsche Konvertiten auf Youtube

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Wie kommt es, fragt man sich, daß eine unserer Geisteswelt weit entfernte Religion und Kultur solch eine Attraktion ausüben kann? Einige werden sogar Gotteskrieger, kämpfen für islamistische Truppen oder sprengen sich für die heilig angenommene Sache in die Luft. Nicht selten sind es intelligente junge Männer, mit Abitur und oft glänzenden Aussichten. Einfache Erklärungen helfen nicht weiter. Einerseits müssen wir akzeptieren, daß die moderne Gesellschaft oft nicht mehr in der Lage ist, eine Sinngebung hervorzubringen, andererseits scheint gerade der Islam auf bestimmte Charaktere eine starke Magnetwirkung auszuüben. Um diesen ziehenden Anteil geht es hier.

  1. Der Islam in seinen wesentlichen Schriften bietet ein vergleichsweise einfaches Regelwerk und damit eine klare Strukturierung des Lebens.
  2. Theologisch wird die Lehre des Islam weder durch Komplikationen und Paradoxien (z.B. die Dreieinigkeit) beschwert, noch kennt er eine dem Christentum vergleichbare theologische Vielfalt und Differenzierung. Sein Lehrgebäude ist wesenhaft scholastisch und weitgehend abgeschlossen.
  3. Anhänger des Islam leben in der Überzeugung, Recht zu haben, auf der richtigen Seite zu stehen, sowohl historisch als auch theologisch. Der Islam wird siegen und er basiert auf der letztgültigen Offenbarung.
  4. Er befriedigt den agonalen maskulinen und adoleszenten Geist mit der Gewißheit, Sieger zu sein.
  5. Er beruhigt damit ein gewisses Protestbedürfnis junger Männer, gerade in einer „weichen“ Zeit, in der es scheinbar nichts mehr gibt, wogegen man sich auflehnen könnte.
  6. Muslime sind Internationalisten. Die Umma ermöglicht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, die Welt wird aufgeteilt in Gläubige und Ungläubige. Der Muslim trägt in erster Linie Verantwortung für sich selbst und für seine Glaubensgenossen.
  7. Viele Lehren des Islam enthalten einen inhärenten Männlichkeitskult. Der Koran spricht vornehmlich Männer an; er regelt zudem das Geschlechterverhältnis.
  8. Der männliche Konvertit bekommt das Versprechen, eine Frau zu finden, ohne daß er den komplizierten und verunsichernden Weg der Brautwerbung gehen muß. Diese Frau ist ihm zudem qua Scharia hörig.
  9. Es gibt eine strenge quantitative Begrenzung des Wissens. Wissenschaft im Islam heißt in erster Linie Konzentration auf Koran, Sunna, Hadithe und Rechtsschulen – es entfällt das Unendlichkeitskriterium des offenen Wissens.
  10. Der Islam bietet starke Vaterfiguren, was ihn in einer „vaterlosen Gesellschaft“ umso attraktiver macht. Statt schleichenden Autoritätsverlustes findet der junge suchende Mann in seinem Gott, dem Propheten und den Vaterfiguren in der Umma schützende Autorität.

Die moderne Gesellschaft mit ihren dekadenten Erscheinungen des Überflusses, der Materialität, der Entzauberung, des Sinn- und Gottesverlustes, der Offenheit …, vertreibt einen Teil ihrer Nachkommen, ekelt diese an. Auf der anderen Seite bietet der Islam als Sinnstiftung und bieten die muslimischen Gemeinschaften Heimat, Familie und Geborgenheit. Psychisch dürften diese jungen Männer durchschnittlich ihren Altersgenossen überlegen sein. Die Flucht vor der Freiheit in die Eindimensionalität setzt ungeahnte Kräfte frei.

Zwillinge: Jurastudent, Bundeswehrsoldat und Selbstmordattentäter

Zwillinge aus Castrop-Rauxel: Jurastudent, Bundeswehrsoldat und Selbstmordattentäter

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