Schäubles Inzucht

Man stelle sich vor, ein Björn Höcke oder, gerade en Vogue, ein Alexander Gauland hätte das Wort „Inzucht“ oder „Degeneration“ in den Mund genommen. Innerhalb von Minuten wäre das mediale Fallbeil gnadenlos, gut geölt und mit sauberem Schnitt herunter gerauscht – darauf kann man Gift nehmen. Der Aufschrei wäre demokratiemarkerschütternd.

Faselt ein Schäuble davon, dann leistet man lediglich Informationspflicht, nur die linkspopulistische „Huffington Post“ kann einen leichten Unterton der Befriedigung nicht unterdrücken.

Nun soll Schäuble in einem Interview in der „Zeit“ gesagt haben: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe.“ Wir bräuchten also die Einwanderung aus biologisch-genetischen Gründen. Außerdem seien „Muslime eine große Bereicherung“ und insbesondere die türkischen Frauen der dritten Generation hätten ein „enormes innovatives Potential“ bewiesen.

Ist Schäuble etwa von seinen Interviewpartnern hereingelegt worden? Vielleicht haben sie ihm diese Vokabel in einem Hintergrundgespräch in den Mund gelegt, vielleicht hat er es ganz anders gemeint …?

Inzest bei einem 80-Millionen-Volk? Deutschland als Eschberg? Inzucht in Europa mit 500 Millionen Einwohnern?

Szene aus "Schlafes Bruder"nach dem Roman von Robert Schneider

Eschberg: Szene aus „Schlafes Bruder“ nach dem Roman von Robert Schneider

Das Netz jedoch vergißt nichts. Inzucht ist in Deutschland ein sehr marginales Phänomen – ausgenommen einige Migrantentrabanten, wo es ein echtes Problem ist. Unter Inzucht haben just Schäubles Innovationsköniginnen zu leiden, die in eng abgeschlossenen Gesellschaften leben, in denen die Familienehe gang und gäbe ist. Vor fünf Jahren durfte man darüber noch schreiben, wenn auch nicht forschen – aus Lebensgefahr.

FAZ: Darüber spricht und forscht (man) nicht

TAZ: Alles bleibt in der Familie

Schäubles Ideen sind selbst Produkt eines Inzests, eines geistigen, sich dauernd selbstbestätigenden, von allen anderen Meinungen abschottenden Diskurses, geführt in einer Welt aus Panzerglas, Arbeitsessen und umgeben von Staatsmedien, degeneriert durch jahrzehntelange politische Selbstgespräche, durch humanitaristische Selbstbefruchtung.

Zugegeben: Man kann es auch mit Humor nehmen! © Die Zeller Zeitung.de

Zugegeben: Man kann es auch mit Humor nehmen! © Die Zeller Zeitung.de

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2 Gedanken zu “Schäubles Inzucht

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Heute den Schlüssel:

    Apuleius, Der goldene Esel
    Lukian von Samosata, Lucius oder der magische Esel

    Wiedermenschwerdung des durch ein Zaubermittel einer thessalischen Hexe in einen Esel verwandelten und in der folgenden Lebensphase von Matronenseite durchaus begehrten Lucius, nachdem er zu seiner Erlösung Rosen gefressen hatte. Der zwar beim ganzen Geschehen nicht sehr hilfreichen, aber doch allemal Zauberfrau nun gerade Boiotizität anzudichten, war wohl etwas zu boshaft von mir, weshalb ich es hier nur in Zerknirschung zurücknehmen kann: Ja, sie schaffte weiter im Norden!

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  2. Pérégrinateur schreibt:

    Unlängst in einem Vortrag von Emmanuel Todd auf Youtube, eines französischen Demographen, Historikers und Soziologen: Er sprach von einer Quote von 30 % Cousins-Ehen in Syrien. Ich vermute, dazu sollte man wohl noch einen weiteren ordentlichen Brocken an Verbindungen rechnen, die sich exklusiv im etwas weiteren Stammeszirkel halten. Und weitere exklusiv mit arabischen Partnerinnen, und dann noch weitere mit nur muslimischen … „Partnerinnen“ jeweils s.v.v., man will ja nicht kulturunsensibel oder gar unkultursensibel sein.

    Natürlich steht es unsereinem nicht an, sich etwa mausig darüber zu machen, dass das Schäublesche Blutmischungsprojekt in eugenischer Hinsicht nicht sinnvoll wäre; uns gebricht es zur Bewertung von Zielen an der höheren Einsicht, die man offenbar durch ein Amt erwirbt, und nur und ausschließlich durch ein Amt. Denn eugenisch war die genannte Begründung, wenn wir, wie es sich gebührt regierungsfromm, ausschließen wollen, dass es gar nicht so gemeint war, sondern nur irgend ein dahergeredeter Unsinn, um von einem mehr und mehr selbst den Arglosesten ersichtlichen Politikpfusch abzulenken. Wie sinnvoll aber auch immer das Ziel sein mag – es wird wohl, die Wunschstruktur der Mating-Partner berücksichtigt, unter den Immigranten genauso viele Blutauffrischungsbesamer geben wie ausgebildete Ärzte. Vermutlich werden es, die Präferenzsstruktur der deutschen Frauen noch mit in Rechnung gestellt, sogar genau dieselben sein.

    Ein untaugliches Mittel also der untauglichen Mitte. Es wird unter den Zuwanderern schlichtweg zu wenige goldene Esel geben. Aber wir könnten ja stattdessen magisch verwandelte, unbeschnittene Luciusse nehmen, die den angemessenen Reiz auf die hiesige Damenwelt auszuüben fähig wie willens sind! Wir brauchen dazu nur den Zauber einer boiotischen Hexe. Die kann, wie jeder weiß, alles in alles verwandeln.

    Rosen müssen aber leider draußen bleiben.

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