Es lebe der Terror!

Hurra, wir haben einen rechtsextremen Terroristen!

Ukrainische Polizei nimmt einen Franzosen fest, der mit 125 kg TNT (!), drei Raketenwerfern (!), fünf Maschinengewehren (!) und jeder Menge Munition im Gesamtwert von 250000 Euro (!) an der Grenze zu Polen festgenommen wurde.

Kaufrausch in der Ukraine

Kaufrausch in der Ukraine – frisch und sauber verpackt

Damit habe er Angriffe auf die EM in Frankreich geplant, bis zu 15 (!), auf Synagogen, Moscheen, Brücken, Autobahnen, Polizeistationen, Behördengebäude und „zahlreiche andere Orte“ – fehlt noch was?  Ein Tausendsassa! Ein Breivik im Quadrat. Und er ist ein Rechter, denn man hat ein T-Shirt bei ihm gefunden (!) Und die Polizei hat auch gleich ein Video seiner Festnahme dabei und überhaupt hat sie alles schön sauber aufgezeichnet. Frühere Interviews (sofern echt) des Mannes tauchen auf, wo er mit ukrainischen Soldaten trainiert, um gegen die „russische Invasion Europas“ zu kämpfen. Sein ganzes Leben scheint gut dokumentiert. Ein Traum für Verschwörungstheoretiker.

Der Mann kennt auch alle alarmauslösenden Schlagworte auswendig: Er ist gegen den „Zuzug von Ausländern“, die „Islamisierung“ und die „Globalisierung“.

Deutsche Medien springen mit großer Befriedigung zu gern auf diesen Zug auf. Das Evangelium an alle Franzosen und europäischen Fans lautet: Ihr müßt euch nicht nur vor islamischem Terror fürchten – die Muslime sind nicht so –, sondern auch von rechts droht Gefahr. Schluß mit dem Rassismus!

Und weil rechtsextrem sich schon ein bißchen wie rechtspopulistisch (AfD), rechtskonservativ (AfD), rechtsradikal (AfD) und ähm, rechtsextrem (AfD) anhört, nennt man ihn gern auch rechtsextrem. Einfach nur „Verbrecher“ hätte es nicht getan. So bleibt die Verknüpfung immer hängen.

Aber merkt denn niemand, daß an dieser Sache etwas nicht stimmt? Wo hat der Besamungstechniker das Geld her? Wie will er allein 15 Anschläge verüben? Wie soll das zehn Tage vor der EM organisatorisch geleistet werden? Wieso zeigt man uns ein amateurhaftes, sichtbar einstudiertes Video? Ist der Mann blind, daß er einen Kameramann neben seinem Auto nicht erkennt? Wieso läßt dieses Superhirn ein rechtsradikales T-Shirt herumliegen? (Fehlt nur noch, daß es das Lambda der „Identitären“ zeigt.) Wo kann man in der Ukraine Raketenwerfer kaufen?  … Was bezwecken die Ukrainer damit? Wieso verhält sich die französische Presse eher bedeckt? Wieso scheint der französische Geheimdienst nichts gewußt zu haben? Warum standen die Anschläge „unmittelbar bevor“, obwohl er noch nicht mal in Polen war? Wo kommen die wunderbaren Photos aus dem Privatleben – mit Knarren in der Hand, freundlich in die Kamera lächelnd – her? … Fragen über Fragen.

Nicht, daß ich Terror aus allen Richtungen für unwahrscheinlich hielte – im Gegenteil, er ist voraussagbar und er wird so sicher kommen wie das „Amin“ in der Moschee von nebenan, aber uns eine derartig hanebüchene Geschichte auf diese Art und Weise zu präsentieren, ist schon ein dreistes Stück, selbst wenn sie wahr ist.

Entweder der Mann ist Teil einer riesigen Organisation – wovon bisher kein Wort gefallen ist – oder an der Geschichte stinkt etwas. Sie ist so ungewöhnlich, so untypisch und abstrus, daß man Hintergedanken bekommen kann.

Mit einem umgekehrten McLuhan könnte man meinen: Die Botschaft ist das Medium.

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