Bildung mit Maas

Anne Will vom 5.6.206, ab min 31,10 – 35,50

„Ungebildete kann man bilden“, sagt Herr Maas. „Wenn wir sie vernünftig integrieren, wenn wir ihnen eine Chance geben, wenn sie Deutsch lernen, wenn sie in die Schule gehen können, wenn sie einen Ausbildungsplatz bekommen“, dann werden sie unserem Lande helfen. „Jeder der ungebildet ist, kann ein gebildeter Mensch werden, wenn er in die Schule geht, Sprache lernt und eine Ausbildung macht.“

Schöne Worte.

Gerade berichtet mir Hussain von einem neuen Integrationskurs an der Volkshochschule. 18 junge Männer aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Alle sind seit einem dreiviertel Jahr in der Stadt. Keiner von ihnen spricht auch nur ein Wort Deutsch. Hussain, der zeitgleich mit ihnen kam, diente als Übersetzer. Er ist eine Ausnahme!

„Was meinst du?“, frage ich ihn. „Werden diese Männer eine Chance in Deutschland haben? Die Antwort kommt schnell und fest: „Nein!“. – „Warum?“ – „Das sind einfache Menschen, die haben nie etwas gelernt.“ – „Wie viele sind so?“ – „Die meisten, sie sind fast alle so.“

So ist es. Ungebildete kann man bilden – wenn sie jung sind. Erwachsene Männer, die wenig oder gar keine Schulerfahrung haben, die noch nicht einmal das Lernen gelernt haben, kann man eben nicht mehr bilden oder nur rudimentär, über Jahre und mit sehr viel Aufwand … vielleicht. Dagegen spricht die Natur, dagegen spricht ihre bisherige Verbildung, dagegen spricht die Kraft der Religion, dagegen spricht die mittelöstliche Mentalität …

Leute wie Hussain sind wie rohe Diamanten, sehr selten, wertvoll und ungeschliffen. Aber sie sind schon wer, sie sind trotz ihres Herkommens wachsam, helle und neugierig. Herr Maas träumt einen Traum. Er weiß nichts von der Realität.

Ungebildete sollten sich bilden.

Anne Will vom 5.6.206, ab min 31,10 – 35,50

2 Gedanken zu “Bildung mit Maas

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Etwas zum Gezerre um dem Spruch „Heute sind wir tolerant / Und morgen fremd im eignen Land.“

    Der Satz stellt eine Prognose, die sich bewahrheiten kann oder nicht. Man sollte also ruhig über seine Richtigkeit diskutieren. Die Maaßsche Argumentationslogik ging aber so: Der Satz wurde von Rechtsextremen geäußert, also ist es ein Satz, der rechtsextreme Gesinnung ausdrücke, also muss man ihn ablehnen.

    Stellen wir uns vor, irgendjemand entdeckt in diesem unlesbaren und weithin ungelesenen „Mein Kampf“ – in dem vielleicht deshalb noch manche zu polemischen Glanz aufzupolierende Perle vergraben liegt – den banalen Satz „Zwei und zwei ist Vier.“ Dann können nach dieser Methode alle fürs Rechnen im Zahlenraum bis 10 minder Begabten und deshalb beständig aus bösen rassistischen Gründen Diskriminierten diesen Satz argumentativ so verwenden:

    „Zwei und zwei ist vier“ steht bei Hitler.
    ⇒ „Zwei und zwei ist vier“ ist eine rechtsradikale Äußerung.
    ⇒ „Zwei und zwei ist vier“ ist eine falsche Aussage.

    Ich habe schon seit langem den Eindruck, die Scheidelinie liegt bei wichtigen Fragen wesentlich nie zwischen links und rechts, sondern zwischen Aufklärung und religiösem Denken, offener Kritik und Wortmagieglaube, Analyse und Bauchgefühl. Auf die einen setzen sich natürlich gerne die Ideologen drauf, weil man auf den anderen allzu unruhig sitzt.

    Noch eine Bemerkung zu Frau Bilgin Ayatas Einwurf „Die wichtige Komponente bei einer Zustandsbeschreibung ist ja auch immer eine Distanzierung oder eine Befürwortung.“

    Für mich ist das Wichtigste an einer Zustandbeschreibung immer, dass sie zutrifft. Auf Urteile, die sich daraus ergeben mögen, kann man vor Verständigen notfalls völlig verzichten. Auf aufgepfropfte Urteile – ich sehe nämlich nicht, in welcher Weise eine Stellungnahme zu ihr denn eine „Komponente“ einer Beschreibung sein sollte – kann man gut und gerne verzichten. Da Frau Ayata aber meiner Zählung nach nur einmal das Wort „Diskurs“ im Munde geführt hat, zählt sie wohl eher zu den ideologischen Auen als zu den ideologischen Hirtinnen. Wobei natürlich eine blinde Aue oft auch etliche lahme Schafe auf jene biblische-sprichwörtliche grüne Aue führen kann, auf der das geile Gras der rechten oder linken oder wie auch immer gearteten Wohlfühl-Denkungsart sprießt.

    « Voilà ce que c’est que les moutons. Ils obéissent aux chiens qui obéissent aux bergers qui obéissent aux astres. »
    („So sind nun mal die Schafe. Sie gehorchen den Hunden, die den Schäfern gehorchen, die den Sternen gehorchen.“)
    — Charles-Albert Cingria

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  2. Kurt Droffe schreibt:

    Herr Maas fährt jeden Morgen von seiner schönen Wohnung (und schönen Frau) im schönen Anzug in einem schönen Auto in sein schönes Ministerium, ist dort den ganzen Tag umgeben von schönen adretten Mitarbeitern, die alle daran arbeiten, diese Welt besser zu machen. Dann wird einem die Welt eben schön. Herr Maas hat sicherlich absolut keine Ahnung davon, was in diesem Land passiert, einen Flüchtling wird er sein Leben lang höchstens einmal im Fernsehen oder bei einem Vorzeige-Asylbewerberheimbesuch sehen.
    Und das gilt leider für diese ganze Politikerriege. Meine interne „Check“-Frage bei allen Äußerungen von Politikern zur Flüchtlings- ja, Krise, ist: Wieviel Kinder (in welchem Alter) hat er/sie, was verdient er/sie? Man sieht die Sache eben mit ganz anderen Augen, wenn man (kleine) Kinder hat und/oder nicht genug verdient, um sich in geschützte Räume einzukaufen. Durch das Raster „Kinder“ fallen dann z. B. fast alle prominenten Grünenpolitiker (Roth, Künast, Özdemir, Hofreiter, etc., Merkel nicht zu vergessen), durch das Raster „finanziell bestens abgesichert“ ohnehin alle politischen Großsprecher auf hohen Minister- und Parteirängen. Frau Merkel zum Beispiel wird ihr Lebtag mit ihren Fehlern nicht konfrontiert werden: keine Kinder, 200.000 jährlich, Personenschutz inklusive. Auch Herr Maas und seine Kinder sind bestens versorgt, die Netzwerke werden schon tragen, bei ihm wie bei anderen.
    „Abgehoben“ ist schon das richtige Wort..

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