Alle Wege führen zum Rassismus

Weimarer Impressionen

Alle Wege führen zum Rassismus

Amüsantes Beispiel differenzierter Diskussionskultur in der „Offenen Gesellschaft“

Fundort: Schaufenster der Partei „Die Linke“ in Weimar

 

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4 Gedanken zu “Alle Wege führen zum Rassismus

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Es ist bedauerlich und eine ungeheure Nachlässigkeit, dass die „guten“ Wege gerade in Blau eingezeichnet sind, dadurch wird eine vorteilhafte Differenzierungsmöglichkeit verschenkt. Denn jeder massenmedial Gebildete weiß doch heute, dass Blau das neue Braun ist. Immerhin enden alle Wege zuletzt im Rom des Rassismus. Wo aber ist der Ausweg für die Guten? Soll da etwa heimlich die Idee insinuiert werden, die kämen nirgendwo an, sondern blieben unterwegs auf der Strecke? Ist das dann nicht zu herablassend gegenüber diesen?

    Ich fürchte, wir haben in Deutschland ein so gewaltiges Problem mit herabsetzenden, in insgeheim hetzerischer Absicht bedienten Klischees, wie es sich die Wohlmeinenden nicht einmal von sich selbst in ihren geliebten schlimmsten Träumen vorstellen können.

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  2. Leonore schreibt:

    Das Problem liegt darin, daß auf Klagen, Argumente, Befürchtungen etc. nicht mehr argumentativ geantwortet wird, sondern mit einer der schlimmsten Beschimpfungen (Etikettierung), die es in Deutschland gibt: „Das ist rassistisch, was du da sagst!“

    Auf diesem Plakat werden ja immerhin noch „Gegenargumente“ genannt (die allerdings großenteils gar keine sind, sondern sozusagen nur so tun, als wären sie welche). Im Alltag, also bei „Diskussionen“ von Gegendemonstranten mit AfD-Demo- oder Parteitags-Teilnehmern fällt dieser Zwischenschritt aber sowieso meist aus und es geht gleich, meist auch recht körperlich, zur Sache.

    Daß die Linken, die u.a. mit Plakaten herumlaufen und -fahren, auf denen „I love Volkstod“ steht, die Kosten für die „Aufzucht“ eines Kleinkindes mit denen, die durch Versorgung, Bildung und Integration eines Zuwanderers entstehen, vergleichen, ist vielsagend. Mir scheint fraglich, ob Politiker, die die Auslöschung des Volkes, das zu vertreten sie vorgeben, vorantreiben wollen, tatsächlich Anspruch darauf haben, von diesem „kann wegfallen“-Volk für ihre Arbeit bezahlt zu werden.

    Immer stärker drängt sich der Gedanke auf, daß der Verzicht auf die „Ent-Sozialistifizierung“ nach der Wiedervereinigung sowie das Verbot der SED einschließlich aller Nachfolgeorganisationen ein schwerer politischer Fehler war. Denn wenn auch die Linke eine kleine Partei ist, hat sie doch – zusammen mit den „Grünen“ – mitgeholfen, die menschenverachtende Herrschaft des Sozialismus zu beschönigen und zu verschleiern und damit einen Linksruck in Deutschland bewirkt, auf dem viele der heutigen Probleme beruhen (die Energiewende und die Euro-Rettung sind planwirtschaftliche Politik reinsten Wassers).

    Jedenfalls war diese „Ent-Sozialistifizierung“ politisch gar nicht mehr möglich, weil damals schon zu viele 68er den Marsch durch die Institutionen bewältigt hatten.

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    • Pérégrinateur schreibt:

      Ich glaube nicht, dass der Riss, der durchs Land geht, mit der Unterscheidung von rechts und links im klassischen Sinne viel zu tun hat. Vielmehr ist nur unsere “loose cannon” Merkel wieder mal aus der Lafette gerollt, und diese hat, was auch immer sie von Fall zu Fall vorgeben mag, keinerlei Ideologie, sondern nur fatale Beschränkungen in der Wirklichkeitswahrnehmung sowie eine Neigung zu abrupten einsamen Entschlüssen, wenn sie meint, in der Klemme zu stecken.

      Die „linken“ Befürworter ihrer Politik sind genaugenommen Gesinnungsethiker der kleinbürgerlichen Mitte meist in staatsnaher Position, die von der Konkurrenz der Immigranten um Arbeitsplätze und sozialstaatliche Umverteilung wenig zu befürchten haben und denen die von der klassischen Linken vertretenen Volksschichten, bei denen das anders aussieht, allenfalls als Folie oder Missionsgut ihrer eigenen Gutmenschlichkeit in den Sinn kommen. Es sind Esel, denen es zu wohl erging und die nun aufs Eis tanzen gegangen sind. Die manchmal hysterischen Formen des Alternativen-Radikalismusses, den sie pflegen – etliche sehen nur die Alternative, alle Immigrationsbegierigen aufzunehmen oder die sonst unvermeidliche Wiederkehr der Nazizeit gewärtigen zu müssen– haben nach meinem Eindruck inzwischen zuweilen etwas vom Pfeifen im Walde angenommen. Weil es ihnen zwar inzwischen zwar merklich bang wird, sie aber den offenen Meinungswechsel noch scheuen, mit dem sie ja in den Widerspruch zu ihrem gesinnungsethischen Absolutismus von gestern gerieten. Geeignete Sündenböcke und das gnädige Vergessen der eigenen Ansichten von gestern werden auch vielen von ihnen irgendwann den Umschwung erlauben.

      Es gibt zwar durchaus auch die selbstgerechten Schlägertrupps vom Typ Antifa, deren Bekundungen man in Indymedia lesen kann, oder diese antirassistischen Rassisten der Antideutschen, aber das sind sehr kleine Minderheiten. Schlimmer sind die Dirigenten der offiziellen Sprachregelung wie – vorsichtiger und indirekter – unsere obgenannte Kanone oder – dümmer und offener – dieser Herr, bei dem die maßlose Art und die Bedeutung seines Eigennamens sich etwas arg beißen. Doch hierbei geht es nicht um den Gegensatz von links oder rechts, sondern um den von Herrschenden und Volk, von Vormündern und zu Bevorzumundenden, von Zensoren und Zensierten. Ihn gibt es unter jedem Regime und er tritt jetzt nur schärfer hervor, weil die politische und die mit ihr assoziierte journalistische Klasse die eigenen Felle davonschwimmen sieht. Politisch aktive Gruppierungen in repräsentativen Demokratien stützen sich immer auf Patronage-Netze, für die es um sehr viel geht, nämlich den Besitz des endoparasitischen Lebensraums. Wie sagte noch Frau Simonis nach ihrem Sturz so wunderbar offen: „Und was wird jetzt aus mir?“ Ihr Fall betraf sie selbst am wenigsten.

      Die Schmähvokabeln werden sich übrigens mehr und mehr abnutzen.

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  3. Kurt Droffe schreibt:

    Eben, es ist amüsant. Und ich finde es eigentlich gar nicht so schlecht gemacht für seinen Zweck, wenn ich auch natürlich ganz anderer Meinung bin. Immerhin hat der brave Bürger ja die Möglichkeit, auf dem Pfad der vorgebrachten guten (und eben auch in großer Zahl genannten, wenn auch falschen) Argumente zu bleiben. Und tatsächlich gebe ich zu, daß ich mich selbst in der gegenwärtigen Lage auch immer dazu anhalte, zu prüfen, wieviel „Rassismus“ oder ungerechtes Vorurteil in meiner Meinung steckt. Nicht allzuviel, denke ich, aber ausblenden sollte man das nicht.
    So ein Plakat ist immer noch Meilen besser als das „Unsere Kanzlerin“.

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