Islam und dicke Eier

Bei Maischberger diskutiert man: „Mann, Muslim, Macho – Was hat das mit dem Islam zu tun?“ Uff! Vielleicht später mal ein paar Gedanken dazu.

Hier jedenfalls haben sich Alice Schwarzer, ein DITIB-Vertreter, ein Ex-Salafist, ein Journalist und eine Quoten-Grüne darüber zerfetzt. Ich hab’s nicht gesehen, aber fünf grundverschiedene Besprechungen in der Presse zeigen, daß jeder seine Vorurteile bestätigt bekommen konnte, der beleidigte Muslim ebenso wie die Differenzierungsrelativiererin Simone Peter und auch der Islamophobiker (FAZ, Focus, Spiegel, Welt, Huff)

Einig schien man sich beim „Überdruck“-Theorem zu sein. Junge Männer haben dicke Eier, um es mal salopp zu sagen, besonders wenn sie Muslime sind und oft erst im fortgeschrittenen Alter eine nackte Frau zu sehen – nee, das weiß ich nicht mal –, also zu spüren bekommen. Ergo kann man die Grapscher, Vergewaltiger und sogar den Salafisten und IS-Touristen irgendwie verstehen: Alle wollen nur eine Mö …, mö …, möglichst eine Madame – „Madame“ höre ich oft, wenn man irgend etwas über meine Frau wissen will..

Norbert Elias hatte in seinem Jahrhundertwerk „Über den Prozeß der Zivilisation“ die Kontrolle über den Sexualtrieb als eine wesentliche zivilisatorische Errungenschaft beschrieben. Bevor einer Salafist wird, um eine Ische abzufassen, sollte er vielleicht Elias lesen.

Aber wie sieht es denn nun in der Praxis aus mit dem sexuellen Druck? Dank gewisser politischer Entwicklungen bewege ich mich seit acht Monaten in reinen Männergesellschaften. Gerade erst hatte ich den Spargel in die Speisekarte eingeführt. Daß er zugegebenermaßen etwas komisch aussieht, diese kleine Bemerkung, rief ein großes Gelächter hervor. Ich demonstrierte, wie er mit seiner hübschen Spitze durch die Erde stößt. Salim nahm die Spitze in den Mund und vollführte typische Bewegungen. Sah aus, als ob er aus der Praxis berichtete.

Sexualität ist ein häufiges, wenn auch eher beiläufiges Thema. Scham scheint „unter Männern“ kein Hindernis zu sein. Schon im November hatte man mir gesagt, daß es schwer sei ohne Frauen. Hier muß man freilich unterscheiden, denn Ehe- und Jungmänner sprechen aus ganz anderen Erfahrungshorizonten. Hussain jedenfalls ist davon überzeugt, daß ein Muslim vor der Ehe keinen Sex gehabt haben kann. Damit wäre der Mittzwanziger Khaled, der sich jetzt verlobt, noch jungfräulich, hätte noch nie eine Frau berührt oder in persona nackt gesehen. Kein Wunder, wenn er die erstbeste Gelegenheit ergreift, sich eine zu angeln. Die nächsten Monate bis hin zur Hochzeit dürften dann besonders schwierig werden: in ihrer Nähe leben – er übernachtet im Nebenzimmer bei seinem künftigen Schwager –, immer diese inneren Bilder haben und doch nicht dürfen. Die erste Nacht zweier studierter, erwachsener Menschen sich vorzustellen, wenn dann alles klappen muß, ist vielleicht auch keine Freude.

Mohammed spielte eine Zeit lang mit dem Gedanken, sich eine Zweitfrau zuzulegen. Khaled klagte immer wieder über seine Einsamkeit. Muhannad vermißte seine Frau. Salim ebenso. Auf der Straße wird man von jungen Landsmännern und Nordafrikanern angesprochen, die nach „women to fuck“ suchen usw.

Auch meine Jungs leiden. Eine ganz typische arabische Geste ist der Griff in den eigenen Schritt.  Alle paar Minuten, fast unbewußt. Und ob man es will oder nicht: es ist auch die Religion, die ihnen natürliche und lebensweltliche  Erleichterung verwehrt.

Zur vertiefenden Lektüre: Islam und Masturbation

Über Sexualnöte junger deutscher Muslime

grundlegend: Ödipus in Arabien

 

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