Zur Sloterdijk-Debatte I

Wir haben mal wieder eine Sloterdijk-Affäre. Die dritte, wenn ich richtig mitgezählt habe. Um die Jahrtausendwende lösten die „Regeln für den Menschenpark“ die klassischen Konditionierungsmechanismen der Kulturbehavioristen aus – großer Aufschrei auf allen Kanälen, der mittlerweile auf 650 Seiten aufbereitet wurde. Immerhin auf noch 250 Seiten brachte es die Debatte um den Text „Die nehmende Hand und die gebende Seite“ vor sechs Jahren. Viele, die den Vorschlag, die Steuerpflicht durch ein Recht auf Gabe zu ersetzen, nicht mitdenken wollten, zogen die Wahnsinnskarte und sprachen dem Denker den klaren Verstand ab.

Nun also gilt es, ein paar Anmerkungen zur Flüchtlingsdebatte zu verdauen, und wenig überraschend wird der Ton noch einmal verschärft: Gegenwärtig verortet man Sloterdijk in den linksdralligen Gazetten unisono rechts bis neurechts und David Precht hört sogar den Auschwitzkommandanten Höß durch. Lassen wir diese Verfehlungen der Prechts, Nassehis, Schamis und No-names vorerst links liegen und kümmern uns um die Kerndebatte zwischen Sloterdijk und Münkler. Da durchaus Typisches zum Vorschein kommen wird, sei die Ausführlichkeit entschuldigt.

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