AfD und mediale Lernresistenz

Wer geglaubt hat, die mediale Macht an Rhein, Spree und Isar habe aus der permanenten unsachlichen Verbalklatsche gegen die AfD gelernt und begriffen, daß sie der neuen Partei damit massenweise mündige Wähler zuschanzte, sieht sich getäuscht. Im Gegenteil, das Trommelfeuer wird intensiviert. Statt die inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, statt die Wählerstimme zu akzeptieren, statt selbstkritisch zu reflektieren, wird weiter und wird sogar verstärkt fehlinformiert, gemeint, gebogen und gehaßt – hier ein besonders unterbelichtetes Elaborat. Eines der zahlreichen Geschosse, ist das sogenannte „Geheimpapier“ der AfD-Spitze, das nun durchgesickert ist, „geleakt“, und mit diversen Invektiven – „Stimmung gegen den Islam“, „rückwärtsgewandt“, „alles verbieten“, „unsozial“ – garniert wurde.

Ich kann jedermann nur dringend empfehlen, sich der Mühe zu unterziehen, diese 70 sehr aufschlußreichen Seiten zu lesen, unter dem Vorbehalt eines Entwurfes. Man kann eine Menge über diese Partei und unsere „freien Medien“ lernen.

Allein das Inhaltsverzeichnis beweist die Unsinnigkeit der Unterstellung, es handele sich „im Kern um einen strikten Anti-Islamkurs“ (was im Übrigen nicht verboten ist). Kein einziger Punkt ist – soweit ich sehen kann – jenseits des Diskutablen und kein Programm der Welt deckt alle Vorstellungen eines selbständig denkenden Menschen. Parteientscheidungen sind immer Schnittmengenentscheidungen.

Grundsatzprogramm 1Grundsatzprogramm 2Grundsatzprogramm 3Grundsatzprogramm 4

Advertisements

5 Gedanken zu “AfD und mediale Lernresistenz

  1. Kurt Droffe schreibt:

    Ohne Fernseher bin ich über den Medienrummel oft nicht im Bilde, aber mein Eindruck ist auch der Ihre: Viele, Journalisten wie Politiker, haben einfach „den Schuß noch nicht gehört“. Es reicht eben nicht mehr, alle AfD-Wähler als verbohrt, ideologisch (guter Witz!), reaktionär oder gar nazistisch hinzustellen und der Partei selbst „fehlende Antworten“ zu attestieren. Ein schönes Beispiel ist auch der im Ton noch ganz ruhige, inhaltlich aber auch recht unverschämte Kommentar des von mir früher durchaus geschätzten Thomas Schmid in der Welt ((http://schmid.welt.de/2016/03/15/plaedoyer-fuer-einen-gelassenen-umgang-mit-der-afd/#more-2123): Die AfD sei undemokratisch, eine Partei von Rabulisten, ohne Antworten und und. Man fragt sich wirklich, in welcher Welt diese Leute leben. Ich zum Beispiel hasse niemanden, „wütend“ wäre schon fast zu viel, mir stellen sich nicht die Nackenhaare hoch, wenn ich einen Schwarzen auf der Straße sehe oder Schwule beim Händchenhalten, ich bin auch nicht „verängstigt“ (Politsprech für: unmündig) und deshalb für „autoritäre“ Lösungen. Ich bin allerdings besorgt, halte viele politische Entscheidungen und Entwicklungen für falsch und stimme einem Teil der tasächlichen alternativen Antworten der AfD zu, nicht allen natürlich, was denn auch sonst. Kurzum, ich habe eine andere politische Meinung. Nichts Besonders, sollte man denken, zumal sich alles im Rahmen des GGs und des vom Strafgesetzbuch erlaubten hält.
    Ich weiß, daß ich vielleicht kein repräsentativer AfD-Wähler bin, aber es sollte doch langsam einsickern, daß man nicht automatisch ein verbohrter („abgehängter“!) Depp ist, wenn man die AfD derzeit positiv sieht.
    Auch drollig ist der oft zu hörende verkürzende Hinweis, daß die AfD „jetzt mal liefern müsse“ in den Parlamenten (mit der stillen Unterstellung, daß sie das nicht könne) – als ob genau das nicht für alle anderen Parteien jetzt eben auch gälte: jetzt müssen sie nämlich ebenso beweisen, daß sie sich auch inhaltlich mit den Argumenten und Konzepten der AfD auseinandersetzen können.

    Wie immer man im Einzelnen zur AfD steht, sie tut diesem Land und seiner politischen Hygiene gut. Wie ein frischer Luftzug in einem stickigen Zimmer.

    Gefällt 2 Personen

  2. Wenn ich das hier sehe, brauche ich nicht mehr fragen warum und wieso:

    https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de

    Da hat sich die gesamte links-grüne-rote-Obermufti-Zentralrat Szene verbündet um die AfD zu bekämpfen.
    Ein reines Job-Sicherungssystem für Leute, die sonst nichts können, ausser hetzen!
    —————————-
    Seidwalk: Fragen muß man trotzdem, denn die Liste ist auch ein „Das“ – das „Warum?“ beantwortet sie nicht. Problematisch daran ist die apriorische Gleichsetzung von Rassismus etc. und einer Partei, die von Millionen Menschen unterstützt wird und der Gedanke, sich prinzipiell gegen sie zu stellen, jenseits des vernünftigen Arguments. Aber wenn meine Analyse stimmt, wird das der AfD in Hinsicht Wählerstimmen kurzfristig nur nützen.

    Gefällt mir

    • Das ist grundsätzlich richtig, aber was nützen die Wählerstimmen in ferner Zukunft,
      wenn die Katastrophe jetzt schon vor der Tür steht?
      JETZT muss etwas passieren. Und haben Sie sich mal die „Unterstützerliste“ angesehen?
      Die Seite müsste nach links umkippen.
      Was ich herausgefunden habe: Julia Maas (JuSo) ist der Betreiber dieser Komödie,
      und ein Julian Maas betreibt den Mailserver.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s