Gefahr aus der Mitte

Bei mancher Meldung wird mir physisch richtiggehend schlecht. Zum Beispiel bei dieser (unbedingt ansehen): „Prominente Behörden und Firmen werben auf rechtspopulistischen Webseiten“. Nicht etwa, weil Lufthansa, Aldi, Adidas, die Deutsche Bahn, Telekom oder sogar die Bundesarbeitsagentur und die Bundespolizei Werbungen auf den Webseiten der Jungen Freiheit, des Kopp-Verlages oder bei PI-News schalten, sondern weil die ARD sich nicht entblödet, ihre mediale Macht zu mißbrauchen und massiv in die freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit eingreift. Und selbst diese Multikonzerne kuschen, kuschen aus Angst, als „rechts“, „fremdenfeindlich“ oder was weiß ich eingestuft zu werden.

Was ist der Hintergrund? Auf besagten Internetmedien sind Werbungen dieser Giganten geschaltet – womit sie, so die Argumentation der ARD-Tante, diese nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch Seriosität suggerieren. Und was seriös ist, das bestimmen immer noch die Öffentlich-Rechtlichen oder Professor X eines „Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung“ und Medienwissenschaftler Y …

Gelesen wurden die Medien offensichtlich nicht, denn dann wäre die Mannigfaltigkeit aufgefallen, man begnügt sich mit zwei Einzelmeinungen und klaubt dazu ein paar Zitate zusammen, untermalt das mit dramatisierender Musik und setzt die Enthüllungsstimme auf. Auch die auffallenden Differenzen zwischen den Webseiten werden ignoriert, man subsumiert sie einfach unter die Begriffe „rechtspopulistisch“ und „rechtsextrem“ – das genügt dieser Tage. Während der Kopp-Verlag von Esoterik und Verschwörungstheorie über Lebenshilfe und Alternativmedizin bis hin zu politischen Manifesten ein breites Spektrum anbietet, hat sich Politically Incorrect einen Namen in rechtskonservativen Kreisen verschafft, wohingegen die Junge Freiheit eine konservativ-liberale Qualitäts-Wochenzeitung ist. Aber das alles spielt eigentlich keine Rolle, man muß die Meinungen nicht mögen oder teilen, man kann da ganz andere Einschätzungen treffen: Entscheidend ist, daß diese Medien – zu denen man stehen kann, wie man will und die im Übrigen gegen den allgemeinen Trend starke Zuwachsraten verzeichnen – aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschaltet werden sollen und das mit unlauteren Mitteln, mit Verunglimpfung, Denunziation und Erpressung. Wenn gegen die Blätter etwas juristisch Relevantes vorliegt, dann hat man in einem Rechtsstaat die Mittel, dagegen vorzugehen. Die ARD vermeidet diesen Weg und setzt stattdessen auf Druckmittel der selbstreferenziellen Öffentlichkeit und welche Macht die Mainstreammedien haben, zeigt die Wirkung: Alle, auch die größten Kartelle, ziehen widerstandslos den Schwanz ein! Da wird mir schlecht …

Man muß sich auch mit „extremen“ Meinungen auseinandersetzen – egal ob links oder rechts oder Mainstream. Nicht das Links-oder Rechts-Sein darf über das Erscheinen entscheiden. Immer öfter hat man den Eindruck, daß die größte Gefahr für die Demokratie aus der Mitte kommt.