Islami-was?

Winfried Kretschmann ist Ministerpräsident eines großen Bundeslandes – noch. Und Vertreter der Grünen. Zur Frage der sogenannten „Islamisierung“ hat er Entlarvendes beizutragen.

Kretschmann

„Die Welt“ 1.1.2016

Diese nämlich, die Islamisierung, gebe es nicht und könne es auch nicht geben, denn erstens seien die Muslime in einer Minderzahl und wie könne eine Minderheit eine Gesellschaft islamisieren und zweitens seien die Muslime doch froh, „in einer guten Verfassungsordnung zu leben“. Ich will gar nicht erst wieder anfangen, von Geburtenraten, Erstgeburtsalter, Nachzugszahlen, Konvertie-rungen, von Verzehnfachung innerhalb von drei bis vier Jahrzehnten (ohne Flüchtlinge), oder ob 8 Prozent noch eine Minderheit sind (wie die Grünen)?, vom missionarischen Grundkern, von blutigen Eroberungsphantasien, von den offen ausgesprochenen Visionen eines muslimischen Europas – sei es durch Krieg, sei es durch Infiltration (ab 3:25), sei es durch Gebärmütter –, von flächen-deckender Moscheenlandschaft, von wachsenden Parallelgesellschaften, Gettos, von Arbeitslosenraten, Bildungserwartungen, von fehlgeschlagener Integration, von zunehmenden Forderungen und Erwartungen, von der totalen Inklusion des Koran, von Intoleranz, von Dschihad und Scharia und Scharia-Polizei usw., sondern nur auf den lächerlichen Widerspruch dieser Aussage hinweisen.

Seit Jahren kann man keine Zeitung aufschlagen, ohne das Wort „Islam“ zu lesen, sei es als Nahostkonflikt, als Sunni-Schia-Kampf, als Terrorismus in allen Weltteilen, als Burkaverbot, die Frage um das Schächten, die theoretischen Diskussionen um den „friedlichen“ oder „wahren“ oder „politischen“ Islam, um den möglicherweise vorhandenen Antisemitismus oder die Homosexuellen-feindlichkeit, die Rolle der Frau, sei es als Ehrenmord oder Straßenkriminalität arabischer Gangs aus „kulturell geprägten Mustern“ oder als sonst was getarnt. Von mir aus auch als Frage der tatsächlichen Integrationserfolge, Studenten, Ärzte, Polizisten etc. Seit sechs Monaten kommt der Islam zudem unübersehbar als „Flüchtlinge“ zu uns und in unsere Medien. Kein Tag vergeht, ohne eine Diskussion, die Europa vor 30 Jahren noch vollkommen fremd, die maximal „exotisch“ war. Was ist das anderes als Islamisierung der Debatte?

Daß Herr Kretschmann überhaupt das Wort „Islamisierung“ verleugnend in den Mund nehmen muß, um seine kleine Wählerschar bei der Stange zu halten, das ist selbst ein Signum der bereits stattfindenden und der schon stattgefundenen Islamisierung. Und mit jeder verbalen Negierung des Problems Islam oder Islamismus oder Islamisierung findet ein weiteres Stück Islamisierung statt. Ganz gleich, ob man den Islam nun mag oder nicht, ihn versteht oder nicht, ihn annimmt oder nicht. Der Islam hat uns bereits voll im Griff, wir sind schon längst islamisiert.