Huff and Puff

„Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem Auge bemerkst du nicht?“ (Matthäus 7.3)

Manche Presserzeugnisse sind einfach zu einfach. Die Huffington-Post, die eigentlich niemand braucht, stellt eine Mischung aus dem Focus-Video-Dienst und der Bild-Zeitung dar. Ein Großteil der Focus-Redaktion (man arbeitet mit HP zusammen) scheint dieser Tage damit ausgelastet, Youtube nach sogenannten viralen Hits abzuscannen – vom fußschweißallergischen Katzenbaby und zwei Hunden, die was mit einem Meerschweinchen machen, über das Neueste aus dem Hause Pep und Bayern bis zum täglichen Putin-Bashing und die „Huff“ – wie sie liebevoll genannt wird – hängt sich im Simpelduktus willig ran, an diese neue Form der Information. Inhalt ist nicht mehr. Verdutzt und mit mahnendem Finger notiert man den allgemeinen und demokratiegefährdenden Vertrauensverlust bei den Lesern.

In diesem Waberberg stellen tapfere Positionierungen gegen Putin, Pegida und „Populisten“ so etwas wie ein Rückgrat dar. Kein Tag ohne Verunglimpfung – in diesen Medien hat sich das Wort „Haß“ eingebürgert, freilich nur in eine Richtung anwendbar.

-Leipziger wollen keine Wohnung an Petry vermieten-

Nun also mal wieder die AfD im Allgemeinen, Frauke Petry im Besonderen. Sie findet nämlich keine Wohnung in Leipzig. Sobald sie ihren Namen nennt, will sie keiner mehr. Und zurecht, meint Susanne Klaiber von der Huff, denn sie sei „selber schuld“, „daß es Menschen gibt, die nichts mit einer Vertreterin so einer Partei zu tun haben wollen.“ (Man stelle sich vor, Claudia Roth widerführe derartiges.) Die Wahrheit dürfte eine andere sein: Die Vermieter haben Angst! Denn Frau Petry lebt gefährlich. Wo sie einzieht, dort könnte es ungemütlich werden, insbesondere in Leipzig, wo die sogenannten Antifaschisten vor Gewalt bis zum bitteren Ende nicht zurückschrecken. Auch die 30 Angriffe auf AfD-Büros allein in Sachsen, die Anschläge auf Petrys Firma, die vielen unangenehmen Mails … sprechen eine deutliche Sprache.

Genüßlich weidet sich Frau Klaiber an diesem Zerfall des Rechtsstaates – es trifft ja die Richtigen! Und wenn AfD-Veranstaltungen die Räume gekündigt werden, dann ist das an sich in Ordnung, gäbe es den kleinen Schönheitsfehler des linken Terrors nicht. Und dann kommt der entlarvende Satz: „Sollten die Vorwürfe gegen die extremen Linken stimmen“ – ein überflüssiger und rein rhetorischer Konjunktiv –, „hätten sie der Sache einen Bärendienst erwiesen. Denn wenn die AfD nicht nur mit demokratischem Protest belegt, sondern illegitim bedroht wird … verläßt man den Rahmen der Rechtsstaatlichkeit oder den demokratischen Boden o.ä., hätte der Satz fortgesetzt werden müssen. Aber nein, die Huff schreibt: „Sollten die Vorwürfe gegen die extremen Linken stimmen, hätten sie der Sache einen Bärendienst erwiesen. Denn wenn die AfD nicht nur mit demokratischem Protest belegt, sondern illegitim bedroht wird, kann sie sich zum Opfer stilisieren.“

Das ist der Zustand eines wesentlichen Teils unserer Presse im Jahre 2015!

 

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