Tränen in Paris

Hurra, die Welt ist gerettet! „Die Zeitenwende von Paris!“ – in dieser hohen Tonlage schreiben die Gazetten.

Warum uns die „Klimarevolution“ nicht retten wird:

1. Sie müßte nun auch umgesetzt werden. Ein sichtbares Zeichen dieser Intention wäre etwa das Ende der Suche nach neuen fossilen Bodenschätzen – z.B. in der Arktis, wo Rußland, die USA, Kanada und klein Dänemark mit den Säbeln rasseln. Oder der Kampf ums Fracking …
Wahrscheinlicher ist: alle verfügbaren fossilen Brennstoffe werden – im Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit – bis zum bitteren Ende abgebaut und verbrannt werden.

2. Die Lösung sollen neue, alternative Techniken sein. Das war die Lösung (und Ursache) der letzten 3000 Jahre. Neue Techniken schaffen neue Probleme, spätestens dann, wenn sie massenhaft zur Anwendung kommen. Zu dieser Erkenntnis könnte jeder kommen, ganz gleich, aus welcher Schule man stammt: Sie ist in der marxistischen Dialektik ebenso enthalten wie in Heideggers Fundamentalontologie, als auch im christlichen Gedanken, bei Laotse ebenso wie Konfuzius und bei Mohammed sowieso – vor allem aber in der Realität. Trotzdem wird sie nicht zu Handlungen führen, denn

3. Nur ein kompletter ökonomischer, gesellschaftlicher, ethischer und humaner Umbau könnte die Zerstörungsspirale stoppen. Der Grundumsatz an Energie und Material müßte um mehrere Potenzen gesenkt werden. Verkraftbar war die Menschenwelt zuletzt vor 200 Jahren – damals lebten eine Milliarde Menschen auf der Erde. Auf dieses Umsatzniveau müßten wir, statt Wachstum, nun mit sieben Milliarden Menschen herunter.

4. Die heute stattfindende Klimaerwärmung ist Resultat der Emissionen der letzten Jahrzehnte. CO2 und Methan benötigen Jahre und Jahrzehnte, um klimawirksam zu werden. Selbst wenn wir heute abrupt auf Null kämen, würde der Klimagaseffekt noch viele Jahre anhalten.

5. Klimaerwärmung ist nur eines der vielen unlösbaren Probleme der Menschheit. Hier ad hoc ein paar andere – jedes einzelne katastrophal:

Überbevölkerung, Überfischung, Zusammenbruch der Fischpopulationen/Meeresfauna, Übersäuerung der Meere, Plastikmüll, Zersetzung des Plastikmülls im Meer, Absinken des Grundwasserspiegels, Grundwasservergiftung, Oberflächenwasservergiftung, Müllhalden, Schwermetalle, Bergbau, Wassermangel, Versalzung, Wüstenbildung, verringerte Biodiversität auf allen Ebenen/Artensterben, Bienensterben, Atomwaffen, Biowaffen, Chemiewaffen, Endlagerung Atommüll, Entsorgung Batterien und Elektroschrott, Atomkraftwerke, im Meer versenkte Atomreaktoren, Smog, Ozonloch, Massentierhaltung, Gentechnik, Regenwaldvernichtung, Ausbreitung von Krankheiten durch Globalisierung, Antibiotikaresistenz bei Tier und Mensch, neue Erreger (z.B. Vogelgrippevirus), Neophyten, Korallenriffe, bereits steigender Meeresspiegel, Lichtverschmutzung, Lärmverschmutzung, Biotopvernichtung, Landversiegelung, Pestizide und Herbizide, Monokultur, Gletscher- Eis- und Schneeschmelze, Methanfreisetzung im ehemaligen Permafrost, Kriege usw.

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