Mikrokosmos Plauen

Daß wir auf dem Weg in eine Konfliktgesellschaft sind, diese Voraussage habe ich bereits mehrfach gewagt; daß es früher oder später Tote geben wird, ebenfalls. Konflikte dürfte es in alle Richtungen geben: zwischen Asylsuchenden, zwischen Deutschen und Asylsuchenden, zwischen Deutschen und Deutschen. Wie, wann, wo sich das materialisieren wird, steht in den Sternen; daß es bereits passiert ist, gerade passiert und verstärkt passieren wird, ist so banal – ich schäme mich fast für diese Aussage.

Nun hat sich in Plauen ein archetypischer, ein nahezu klassischer Fall ereignet. Vor einer Woche wurden laut „Freie Presse“ am Postplatz – das ist das Herzstück der Stadt – zwei somalische Asylsuchende am hellichten Tage von einer circa zehnköpfigen Gruppe Jugendlicher „beleidigt, bedrängt und geschlagen“ und um 200 Euro beraubt, blieben aber glücklicherweise „so gut wie unverletzt“. „Die Tat soll sich gegen 15.30 Uhr zugetragen haben“, trotzdem war es offensichtlich schwer, Zeugenaussagen zu erhalten – obwohl der Platz um diese Zeit voller Menschen gewesen sein dürfte.

Zwei Tage darauf wurde von einem Vorfall berichtet, keine 500 m vom ersten Tatort entfernt, bei dem ein 21-jähriger Mann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt wurde. Als Täter wurden zwei Somalier ermittelt, die „in alkoholisiertem Zustand“ auf ihr Opfer einschlugen, traten und stachen. Nun scheint sich ein Zusammenhang zwischen beiden Taten anzudeuten: einer der Somalier war scheinbar Opfer besagten Überfalls am Postplatz. Es wird zwar nicht ausdrücklich geschrieben, doch scheint man durch die Blume von einer Rachetat auszugehen.

Jetzt fehlen nur noch die Fremdenfeindfeinde der Antifa (die sich als Punker verkleidet just am Postplatz trifft) und das Kaleidoskop ist perfekt.

Plauen im Jahre 2015.

http://www.freiepresse.de/suche.php?q=somalier&usersearch=1&frm_searchbar_submit=