Demographische Überlegungen

Viele Statistiken leiden unter der Logik des Dezimalsystems. Es wird in 10er oder 5er-Schritten ermittelt, doch oft laufen die natürlichen Rhythmen in ganz anderen Sequenzen ab. Auch die Unterteilung der Bevölkerung nach Altersgruppen, wie sie die „Bundeszentrale für politische Bildung“ veröffentlicht, leiden unter dieser Vorgabe. Sinnvoller wäre vielleicht – wenn „alternative“ Autoren wie etwa Herbert Fritsche recht haben sollten –, gerade bei der Erfassung der Lebensabschnitte, eine 7-Jahresunterteilung. Man könnte sich das aus der Alterspyramide selbst errechnen.

Aber auch aus den Dezimalangaben lassen sich „interessante“ – ein Euphemismus für „beunruhigende“ – Schlüsse ziehen. Demnach gab es in Deutschland im Jahre 2010 ca. 10 Millionen Männer und Frauen in der Altersklasse 20 – 29 Jahre. Diese Altersklasse ist von besonderem Interesse, denn sie stellt den produktiven Kern einer jeden Gesellschaft dar. Menschen dieses Alters sind hauptsächlich für die Reproduktion verantwortlich, sie haben – biologisch und immer statistisch gesehen – das höchste Energieniveau, sie stellen die Wehrhaftigkeit einer Gesellschaft ebenso dar, wie die Produktivität. Sie sind in der Tat die Zukunft einer Gesellschaft – wenn sie sozial in ausreichender Zahl gebunden werden können, dann ist Prosperität garantiert.

Die Hälfte davon sind junge Männer. Spätestens seit Gunnar Heinsohn weiß man um die Bedeutung der jungen Männer für jede Sozietät. Männer kämpfen, vor allem in diesem Alter, um Ressourcen: Anerkennung, Arbeit, Positionen, Frauen. Wenn 90% aller Gewaltverbrechen von Männern verursacht werden, dann kann man davon ausgehen, daß der übergroße Teil dieser Straftaten auf Männer dieser Altersgruppe fällt. Diese Gruppe ist also nicht nur Garant der Zukunft, sie ist auch die größte Gefahr für die Zukunft. Sie im Equilibrium, sie bei der Stange zu halten, ihr Perspektiven zu geben, Aussicht auf Erfolg und Befriedigung ihrer Bedürfnisse, ist für jede Gesellschaft überlebenswichtig!

Diese Gruppe stand bereits im Jahre 2010 unter starkem Streß: fehlende Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Disproportionen zwischen Männern mit migrantischem und deutschem Hintergrund, allgemeine Entpolitisierung und Lethargisierung, Orientierungslosigkeit, keine Antworten auf die Sinnfrage, weitverbreitete Weigerung an der Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen …

Im Jahr 2015 werden – so viel man weiß – ca. 1,5 Millionen Menschen aus anderen Ländern, Sprach- Kultur- und Religionskreisen in unser Land kommen. Davon sind – die Zahlen variieren hier – 70 – 80% junge Männer von denen mehrere Hunderttausend exakt dieser Zentralgruppe angehören. Diese jungen Männer werden mit den bereits hier lebenden jungen Männern um knappe Ressourcen kämpfen: Status, Arbeit, Frauen. In nur einem Jahr wurde besagte Zentralgruppe wesentlich ergänzt und damit massiv aus dem Gleichgewicht gebracht.

Viele der neu hinzugekommen jungen Männer stehen aufgrund ihrer Lebenserfahrung (Krieg, Armut, Flucht, religiöse Verankerung …) ganz anders, viel fester im Leben, als die von kleinauf umsorgten Einheimischen, sie haben ein ganz anderes Energieniveau, sie werden ganz anders um die knappen Ressourcen kämpfen. Sie werden – statistisch gesehen – diesen Kampf erst aufgeben – wenn sie ihn gewonnen haben werden, denn dafür haben sie die gefährliche Reise auf sich genommen. Sie müssen sich vor sich selbst, vor ihren Sozialverbänden in der Heimat und vor der Konkurrenzgruppe behaupten.

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